Chronik | Niederösterreich
02.02.2012

Flucht in letzter Sekunde vor Feuer

Mit ihren Tieren kann sich eine Frau aus dem brennenden Haus retten. 110 Feuerwehrleute kämpfen gegen den Brand.

Am Anfang hat es nur etwas geraucht, aber dann ist es schnell immer schlimmer geworden. Ich musste auf der Stelle raus. Der Strom ist ausgefallen. Ich habe mit der Taschenlampe meine Katzen gesucht, den Käfig mit den Wellensittichen geschnappt und bin gerannt“, schildert Elisabeth Hafner die dramatischen Szenen, die sich am Donnerstagmorgen in ihrem Haus in Wiener Neudorf abspielten. Für die Frau wird ein Albtraum wahr. Das schmucke Einfamilienhaus wird trotz des Einsatzes von acht Feuerwehren arg in Mitleidenschaft gezogen.

„Ich bin in der Früh aufgewacht, mein Mann war schon in der Arbeit. Ich habe es leise knistern gehört. Es hat geraucht, aber ich habe nicht gleich realisiert, was da los ist“, erzählt Hafner. „Wir haben erst im letzten Jahr alles renoviert und neu eingerichtet. Das Haus ist schon ewig im Familienbesitz und wir wollten es an unseren Sohn übergeben. Jetzt sind wir alle ganz geschockt.“ Ihre Tiere konnte sie retten, sonst ist alles in dem komplett verqualmten Haus zurück geblieben. „Als ich gesehen habe, was da los ist, hat mich fast der Schlag getroffen. Es ist schlimm, aber man muss froh sein, dass keiner verletzt ist“, meint Schwester Gerlinde Pfaller. Auch Bürgermeister Christian Wöhrleitner hat Hilfe angeboten.

Feuer und Eis

Für die Feuerwehren war es ein extrem schwieriger Einsatz im Kampf gegen Feuer und Eis. Der Schwelbrand breitete sich in den Zwischendecken und im Dachstuhl des Holzhauses immer weiter aus. „Wir müssen das Dach abdecken und großflächig öffnen, um löschen zu können. Außerdem machen uns die tiefen Temperaturen schwer zu schaffen“, sagt Einsatzleiter Walter Wistermayer. Bei minus zehn Grad gefriert das Löschwasser überall und immer wieder werden auch Schlauchleitungen vom Eis verstopft. „Ein Besteigen des Daches ist durch das Eis unmöglich. Und auch die körperlichen Belastungen sind bei diesen Bedingungen extrem“, sagt Wistermayer.

Die Löscharbeiten dauerten den gesamten Tag und sogar die Nacht noch an. Vermutlich war es ein Kaminbrand, der das Desaster auslöste. „Den Kamin haben wir erst neu machen lassen. Mein Mann war darauf so stolz“, seufzt Elisabeth Hafner.