Schon so gut wie fix schien die Schließung des Eislaufplatzes im Mödlinger Stadtbad noch vor wenigen Monaten. Aufgrund steigender Kosten und enormen Sanierungsbedarfs hatte die rot-grüne Koalition diesen Schritt angekündigt. Die Folge waren scharfe Kritik an der beabsichtigten Schließung und fieberhafte Bemühungen, diese doch noch zu verhindern.
Nun liegen zwei mögliche Alternativen auf dem Tisch. Rot-grün schlägt eine Kunsteis-Variante ähnlich dem "Wiener Eistraum" am Rathausplatz vor, die ÖVP bevorzugt einen gemieteten "mobilen Eislaufplatz".
Der Wiener Eistraum hat sich seit seiner Premiere 1996 im Rathauspark zu einer echten Institution in der Bundeshauptstadt entwickelt. Ähnlich dem Modell, das kostenloses Eislaufen für Kinder und Jugendliche aus Wiener Kindergärten und Schulen ermöglicht, könnte man sich im Mödlinger Rathaus eine Variante im Museumspark vorstellen. Mit Kunsteisplatten anstelle einer durchgehenden Eisfläche. Diese Möglichkeit will man nun genau prüfen lassen.
Lösung für Eishockey noch nicht in Sicht
Sie würde Spaß und sportliche Betätigung an der frischen Luft ermöglichen, löst allerdings nicht das Problem, dass dem Mödlinger Eishockeyverein bei einer Schließung der Eisfläche im Stadtbad keine Trainings- und Wettkampfmöglichkeit mehr zur Verfügung steht.
Sportstadtrat Harald Thau (FPÖ) erinnert daher an die von den Freiheitlichen bereits präsentierte Variante einer Traglufthalle im Stadtbad, die ebenfalls geprüft wird. Die Kosten dafür wären allerdings beträchtlich.
Deshalb hat die Mödlinger Volkspartei nun eine kostengünstigeren Vorschlag auf den Tisch gelegt. Obmann Gert Zaunbauer schlägt einen "mobilen Eislaufplatz auf dem Gelände der Eisstock-Schützen mit einer Fläche von rund 30 mal 25 Metern" vor. Diese Größe ermögliche es insbesondere Schulklassen, den Eislaufsport unter optimalen Bedingungen auszuüben, ist er überzeugt.
Geplant sei ein Betrieb von November bis Ende Februar. Erste Angebote wurden bereits eingeholt und liegen dem KURIER vor. "Mit geschätzten Jahreskosten von 60.000 bis 80.000 Euro ist das Projekt finanziell überschaubar, vor allem im Hinblick auf seinen hohen gesellschaftlichen Nutzen", so Zaunbauer. "Es geht um weit mehr als Freizeitgestaltung. Es geht um Bewegung, Gemeinschaft und wertvolle Kindheitserinnerungen."
Der ÖVP-Obmann schlägt außerdem vor: "Einnahmen durch Bandenwerbung sowie ein moderates Eintrittssystem könnten einen wesentlichen Teil der Kosten abdecken. Für den verbleibenden Anteil braucht es die Bereitschaft der Stadtpolitik, in die Zukunft unserer Kinder zu investieren." Und er erinnert daran, dass seitens der rot-grünen Koalition 40.000 Euro für eine europaweite Suche nach möglichen Investoren für neue Parkdecks in Mödling beschlossen worden sei: „Dann sollte derselbe Betrag für unsere Schüler wohl möglich sein.“
"Mehrwert durch echtes Eis"
Die Mödlinger Volkspartei bekenne sich aber "zu einer sachlichen und offenen Prüfung aller Optionen", betont Gert Zaunbauer. Daher habe man im Gemeinderat auch einer Evaluierung des Kunststoff-Eislaufplatzes im Stadtpark zugestimmt. Er ist jedoch sicher: "Eine Anlage mit echtem Eis bietet langfristig die deutlich höhere Qualität und den größeren Mehrwert."
Die zusammenhängende Eisfläche ermögliche nicht nur freies Eislaufen, sondern auch die sportliche Nutzung: "Etwa für Nachwuchs-Eishockey oder erste Trainings- und Spielerfahrungen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Sports in der Region geleistet." Beim Betrieb zeige sich die Volkspartei flexibel: "Ob durch städtische Einrichtungen, private Partner oder Vereine – entscheidend ist eine rasche, nachhaltige und effiziente Umsetzung".
Aus pädagogischer Sicht unterstützt ÖVP-Bildungsreferentin Sabine Karl-Moldan, ehemalige Schuldirektorin in Mödling, den Vorschlag: „Eislaufen ist Teil des Lehrplans. Auf echtem Eis auf einer großen Fläche mit der Schulklasse zu üben, stärkt nicht nur die Motorik, sondern auch das Teamgefühl.“
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