Seltenes Herzleiden: Diagnostik in Horn erweitert
Das Team für Nuklearmedizin am Landesklinikum Horn.
Atemnot, Müdigkeit, geschwollene Beine und Herzrhythmusstörungen sind unspezifische Symptome, die auf verschiedene Erkrankungen hindeuten können. Eine mögliche, wenn auch seltenere Ursache ist die Herzamyloidose. Auslöser für das Leiden sind abnorme Eiweißablagerungen, sogenannte Amyloide, die sich im Herzmuskel ansammeln. So wird unter anderem das Gewebe verdickt und versteift, Beeinträchtigungen des elektrischen Leitungssystems können die Folge sein.
"Die Herzamyloidose ist eine Erkrankung, die oft lange Zeit unbemerkt bleibt", erklärt Mate Trogrlic, Leiter des Instituts für Nuklearmedizin am Landesklinikum Horn. Eine zeitnahe Diagnose sei jedoch wichtig für den weiteren Therapieverlauf. Dafür wurde früher häufig eine invasive Herzmuskelbiopsie durchgeführt, schildert der Primar.
Geringe Belastung
Heute stehe eine schonendere Methode zur Verfügung: die Szintigraphie. Im Rahmen der Untersuchung wird eine geringe Menge radioaktiver Substanz in die Vene injiziert. Dieser Marker reichert sich in den Amyloidablagerungen im Herzen an. Die Strahlenbelastung sei gleichzeitig gering, heißt es.
Je nach verwendeter Substanz können unterschiedliche Organe und ihre Funktion sichtbar gemacht werden. Das Verfahren kommt unter anderem bei Untersuchungen von Schilddrüse, Knochen, Gehirn, Leber, Niere oder Lunge zum Einsatz.
So lassen sich etwa Entzündungsherde, aber auch Tumore und andere krankhafte Veränderungen im Gewebe darstellen. Das Verfahren ist Teil der diagnostischen Abklärung und wird mit weiteren Untersuchungen kombiniert.
Schmerzfrei
Bei der Szintigraphie zur Diagnostik der Herzamyloidose handle es sich um eine international anerkannte und etablierte Methode, so Trogrlic. Das Verfahren werde bereits im Institut, sei nicht-invasiv und für Patientinnen und Patienten in der Regel schmerzfrei. "Mit der Szintigraphie können wir nun schon in einem frühen Stadium Veränderungen am Herzen erkennen und gezielte Behandlungsmöglichkeiten einleiten", sagt der Mediziner.
Gesundheitslandesrat Anton Kasser (ÖVP) betont den Nutzen der Methode für die Versorgung herzkranker Patientinnen und Patienten im Waldviertel und in Niederösterreich. Damit stärke das Landesklinikum Horn seine Position als medizinisches Zentrum in der Region. Menschen mit Verdacht auf ein entsprechendes Leiden können sich nun auch am Standort Horn diagnostisch abklären lassen.
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