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Gegen die Einsamkeit: Mödling plant neue „Grätzltreffs“

Treffpunkte für Senioren sollen Kommunikation mit anderen Altersgruppen und gemeinsame Aktivitäten schaffen.
Eine ältere Frau schaut aus dem Fenster.

Die Einsamkeit nimmt zu. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Caritas hat dies erst unlängst belegt. Rund 700.000 Menschen in Österreich haben das Gefühl, nicht genügend soziale Kontakte pflegen zu können. Die Stadtgemeinde Mödling will dieser Entwicklung nun in der Stadt entgegenwirken und einst bewährte Einrichtungen wiederbeleben.

Was früher oftmals als „Wärmestube“ bekannt war, dann unter dem Titel Seniorentreff seit Ende der 1970er-Jahre in Mödling bereits betrieben wurde, soll nun als „Grätzltreff“ wiederauferstehen.

Die Vorarbeiten dazu sind bereits geleistet. Mit der Caritas hat die Stadtgemeinde einen Betreiber für die Einrichtungen gefunden, wie Sozialstadtrat Stephan Schimanowa (SPÖ) am Mittwoch berichtete. Ab September soll ein Pilotprojekt an zwei Standorten (einer in der Schöffelstadt unterhalb der Südbahn und einer im Neusiedlerviertel näher am Zentrum) starten.

Generationenübergreifend

Dabei will man seitens der Caritas zunächst den tatsächlichen Bedarf erheben und daraus dann ein Angebot für Mödlinger erstellen, kündigt Klaus Schwertner, Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien, an. „Es ist ein Präventionsprojekt. Weil Einsamkeit zu Langzeitfolgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz führt“, sagt Schwertner. Man wolle daher Erfahrungen aus bereits erfolgreich etablierten ähnlichen Projekten nach Mödling bringen.

Sechs Personen stehen nebeneinander

Von links: Vizebürgermeister Rainer Praschak, Stadträtin Barbara Kreuzer, Sozialstadtrat Stephan Schimanowa, Bürgermeisterin Silvia Drechsler sowie Klaus Schwertner und Katharina Kirsch-Soriano da Silva (Caritas).

Sozialstadtrat Schimanowa betont: „Wir wollen ein Programm, das nicht auf ältere Mitbürger beschränkt ist. Es soll generationenübergreifend die Kommunikation fördern. Bestehende Initiativen werden wir da natürlich einbinden.“ Mehr als 100.000 Euro seien seitens der Stadt für das Projekt budgetiert, das 2027 in Betrieb gehen soll - dann an mehreren Standorten, die noch gefunden werden müssen.

Auch die genauen Öffnungszeiten der Grätzltreffs stehen noch nicht fest. Geplant seinen drei Tage pro Woche zu unterschiedlichen Tageszeiten. „Wenn wir sehen, welche Uhrzeiten am besten angenommen werden, können wir das Angebot dann danach ausrichten“, verspricht Caritas-Mitarbeiterin Katharina Kirsch-Soriano da Silva, die den Aufbau des Projektes in Mödling leiten wird. Geplant sei ein „offenes Wohnzimmer“ für gemütliches Beisammensein ohne Konsumzwang, man wolle aber unter anderem auch gemeinsames Kochen und Essen anbieten.

Bürgermeisterin Silvia Drechsler (SPÖ) ist begeistert: „Senioren wollen nicht immer nur unter sich sein. Der Austausch mit jüngeren Menschen ist ganz wichtig. Kommunikation trainiert auch das Gehirn und hält fit. Wir bringen die Menschen zusammen.“ Auch über diverse Serviceangebote der Stadt wolle man in den Grätzltreffs informieren - und Beratung direkt vor Ort anbieten, um älteren Mitbürgern den Weg zum Gemeindeamt zu ersparen.

Stadträtin Barbara Kreuzer (Grüne), selbst Psychotherapeutin, weiß um die Bedeutung „niederschwelliger und barrierefreier Angebote in diesem Bereich“, um gegen Vereinsamung einzutreten.

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