Chopin-Festival: Neue Präsidentin beschert Kulturspektakel
Donka Angatscheva leitet erstmals das Chopin-Festival in Gaming.
Aufbruchstimmung versprüht im Ötscherland das Chopin-Festival. Bei dem traditionsreichen internationalen Musikfest ist im 42. Veranstaltungsjahr eine neue Ära angebrochen. Mit der neuen Präsidentin der in Wien angesiedelten Chopin-Gesellschaft, Donka Angatscheva, beschert das Festival frische Ideen und vor allem ein mit Stars besetztes Programm.
Die Pianistin, Managerin und Society-Lady Angatscheva folgt dem Festivalgründer und Kulturvermittler Theodor Kanitzer nach, dessen 100. Geburtstag im Frühjahr groß im Wiener Rathaus gefeiert worden war. Unter dem Motto „für Völkerverständigung, Frieden und Freiheit“ holte Kanitzer über Jahrzehnte jährlich internationale Top-Künstler in die Kartause Gaming. Zu diesem Spielort gesellen sich vom 13. bis 16. August auch noch Scheibbs und Lunz am See. Angatscheva bringt eine prominente Künstlerschar ins Ötscherland.
Klingende Namen
Mit klingenden Namen, darunter etwa Opernstar Günther Groissböck, Geigerin Lidia Baich, Kammersängerin lldikó Raimondi, Sängerin Sandra Pires, der Dirigent Jimmy Chiang, die Pianistin Anna Malikova oder Schauspielerin Julia Stemberger, aber auch dem 1. Frauen-Kammerorchester Österreichs und vielen anderen, steigt eine viertägige Serie an spektakulären Konzerten. Solisten und vielversprechende Nachwuchstalente aus Europa, Südamerika und Asien sind angesagt.
In Gaming löst das Festival Festivalstimmung aus. Die Touristenzimmer seien gut gebucht, das Interesse sei groß, berichtet Doris Teufel vom Tourismusbüro. Weil zum Auftakt auch Scheibbs mit der dortigen Pfarrkirche – „Dom des Erlauftals“ genannt – und die Lunzer Seebühne zum Abschluss bespielt werden, belebt das Chopin-Fest die ganze Region. Rund 1.000 Besucher, die zur Hälfte von auswärts anreisen und zur anderen Hälfte aus der Region kommen, werden erwartet.
Man müsse sich eben nach den eingeschränkten Platzkapazitäten in den „Konzertsälen“ Stiftskirche oder Barockbibliothek richten, sagt Festival-Manager Mariusz Morga. Viele der auswärtigen Gäste nutzen die Kulturreise, um auch gleich einen Kurzurlaub zu genießen, sagt er.
Freier Eintritt
Mit vier Konzerten, die heuer bei freiem Eintritt und ohne Formalitäten konsumierbar sind, will Intendantin Angatscheva die Region zum Kulturgenuss einladen. Schon das große Eröffnungskonzert am 13. August (18.00 Uhr) in der Scheibbser Stadtpfarrkirche, bei dem unter anderem Sopranistin Raimondi auftritt, ist ein Hit. Angatscheva selbst und andere spielen bei einer ebenfalls eintrittsfreien Matinee in der Bibliothek am Samstagvormittag (10.00 Uhr) auf.
Schon Freitagmittag ist dort das „Konzert der jungen MeisterInnen“ in der Bibliothek frei konsumierbar.
Besonders spektakuläre Termine im Festivalgeschehen sind das Dinner-Konzert im Prälatensaal oder das „Nocturno“ am Samstagabend bei Kerzenschein. Attraktiv auch das Schlusskonzert am Sonntag auf der Lunzer Seebühne mit Sängerin Sandra Pires und Pianist Ferry Janoska.
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