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Tourismus in Lackenhof: Neue Attraktionen, alte Sorgen

Lackenhof am Ötscher bekommt eine neue Chance. Ob daraus tatsächlich eine Zukunft entsteht, ist offen.
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Von außen betrachtet scheint in Lackenhof am Ötscher (Bezirk Scheibbs) endlich Ruhe eingekehrt zu sein. Die Lifte werden für die nächsten zwei Saisonen weiterbetrieben, das Land Niederösterreich stellt einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag für die Weiterentwicklung bereit und erstmals seit langer Zeit gibt es wieder eine Perspektive über die nächste Wintersaison hinaus.

Doch hinter der Erleichterung bleibt eine Frage offen: Reicht das alles aus, um den traditionsreichen Tourismusort tatsächlich in eine Zukunft zu führen? 

Konkreter Plan  

Erstmals seit der vollständigen Übernahme durch die landeseigene ecoplus 2021 liegt ein konkreter Rahmen auf dem Tisch. Wie der KURIER berichtete, sind unter anderem ein Waldrutschenpark, ein Wasserspielplatz, ein Minibikepark, neue E-Bike-Angebote und ein regionales Sammeltaxi geplant. Der Fokus liegt auf Familien mit Kindern und auf sanftem Naturtourismus. 

Für den Gaminger Bürgermeister Andreas Fallmann (SPÖ) ist die Investition ein wichtiger Schritt und Startschuss. „Wir sind sehr erleichtert, dass das Land diesen Schritt gesetzt hat. Vor allem der Zeitpunkt ist wichtig, damit sich Betriebe darauf einstellen können“, sagt er. 

Vorläufige Erleichterung

Auch Franz Heher, Betreiber von Skischule und Skiverleih „Sport 2000 Ötscher“ sowie ehemaliger Obmann des örtlichen Tourismusverbandes fällt ein zumindest kleiner Stein vom Herzen: „Der operative Geschäftsverlauf ist gesichert. Das heißt für uns, dass wir Bestellungen abgeben können. Aber es löst noch keine Investitionen aus“, sagt Heher. „Das Problem sind wir vor Ort. Wir bringen nichts weiter. Es muss jemand anfangen und Entwicklung einleiten“, ist er überzeugt. Doch das wird ohne neues Blut nicht einfach, gibt der Unternehmer zu Bedenken. 

Franz Heher, Betreiber von Skischule und Skiverleih „Sport 2000 Ötscher“

Franz Heher, Betreiber von Skischule und Skiverleih „Sport 2000 Ötscher“ 

Von den 670 Wohnsitzen sind 402 Nebenwohnsitze. Hinzu kommt das hohe Durchschnittsalter des kleinen Ortes. „Wir brauchen eine Familie, die anpacken möchte und investiert. Und das ist hier noch möglich“, ist Heher überzeugt. Mehrere Hotels kann man derzeit erstehen.

Herzblut und Investitionswille gesucht

Der Ort verliere laufend Betriebe, Investitionen blieben aus und viele Unterkunftseigentümer würden lieber verkaufen als modernisieren. Es fehle an Menschen mit Herzblut und langfristigem Investitionswillen. „Wir treten seit Jahren auf der Stelle“, fasst Heher die Situation zusammen. 

Bürgermeister Fallmann ist optimistischer: „Wir  alle sind sehr um Lösungen bemüht. Auch das Mobilitätskonzept ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ 

Mittels Sammeltaxis soll die ganze Region verbunden werden.  Dass die Taxis ganzjährig betrieben werden sollen und sowohl den Bewohnerinnen und Bewohnern als auch Ausflugsgästen und Nächtigungsgästen zur Verfügung stehen sollen, bewertet der Bürgermeister als erfreulich. Viele Gäste würden ohnehin öffentlich anreisen, einzelne Ausflugsziele, wie das Göstlinger Solebad oder das Haus der Wildnis in Lunz seien dann so leichter erreichbar. 

Effekte sollen in nächsten zwei Jahren spürbar werden

Auch wenn das Budget für Lackenhof am Ötscher erst ab Jänner 2027 freigegeben ist, sollen die Effekte in den nächsten zwei Jahren spürbar werden. Markus Redl, Geschäftsführer der landeseigenen ecoplus Alpin erläutert die Kennzahlen an denen Erfolg gemessen werden soll, schriftlich: „Einerseits geht es um die Tendenz bei Gasteintritten bzw. Besuchen, andererseits um absehbare (Weiter-) Entwicklung bei Hotellerie, Gastronomie und den Tourismusangeboten in der Region.“ 

Schafft man den Aufwärtstrend?

Ob die geplanten Projekte tatsächlich ausreichen, um diesen Aufwärtstrend auszulösen, wird sich erst zeigen. Fest steht, dass es Menschen braucht, die hinter der Region stehen. Wie es mit Lackenhof weitergeht, wird dort entschieden, wo seit Jahren auf neue Gäste, neue Investoren und neue Ideen gewartet wird – im Ort selbst.

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