Lackenhof: Millionen-Investitionen für Ganzjahrestourismus
Der Winterbetrieb ist für die nächsten Jahre gesichert, die Sommerangebote werden ausgebaut.
Zusammenfassung
- Lackenhof erhält eine Finanzspritze des Landes, um zur Ganzjahresdestination ausgebaut zu werden und die Region Ybbstaler Alpen touristisch zu stärken.
- 10 bis 20 Millionen Euro sind für den Weiterbetrieb der Lifte und neue Sommerangebote wie Radwege, Wasserspielplatz und Familienaktivitäten vorgesehen.
- Der Fokus liegt auf sanftem Tourismus ohne Ausbau des Skigebiets, mit neuen Mobilitätsangeboten und engerer regionaler Vernetzung.
Seit dem Jahr 2021 hängt das Damoklesschwert über der Region Lackenhof am Ötscher (Bezirk Scheibbs). Auch nach dieser Wintersaison war lange nicht klar, wie es mit dem Betrieb weitergeht. Nach Monaten der Unsicherheit präsentierte ecoplus-Aufsichtsratsvorsitzender Kurt Hackl zum 15-jährigen Jubiläum der ecoplus Alpin die Pläne zum Umbau Lackenhofs zur Ganzjahresdestination.
Ohne Lift kein Tourismus
„Ohne Lift kein Tourismus, ohne Tourismus keine Arbeitsplätze – und ohne Arbeitsplätze stirbt die Region“, sagte Hackl. Die niederösterreichischen Bergbahnen seien längst nicht mehr nur touristische Infrastruktur, sondern ein zentraler Motor für regionale Wertschöpfung, Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung. Jeder vierte erwirtschaftete Euro in den Standortgemeinden hänge direkt oder indirekt mit den Bergbahnen zusammen.
Dass eine Neuausrichtung funktionieren kann, darauf verweist Hackl mit Nachdruck. Als Vorzeigeprojekt gilt die Wexl Arena in St. Corona am Wechsel (Bezirk Neunkirchen). Dort sei mit einem Investment von rund zehn Millionen Euro ein Ganzjahresstandort entstanden, der mittlerweile jährlich rund 25 Millionen Euro an regionalem Umsatzeffekt auslöse. Erst vor wenigen Monaten wurde das Projekt bei einem Bergtourismuskongress der Vereinten Nationen als Beispiel für die Anpassung kleiner Skigebiete an den Klimawandel präsentiert.
„Auch mit Mönichkirchen und Annaberg haben wir bereits gezeigt, dass Ganzjahrestourismus möglich ist. Dieses Ziel wollen wir jetzt auch in Lackenhof und am Hochkar schaffen“, so Hackl. Im Zentrum der neuen Strategie steht ein Perspektivenwechsel: Lackenhof soll künftig nicht mehr isoliert betrachtet werden. Vielmehr gehe es um die gesamte Region Ybbstaler Alpen, die touristisch enger miteinander verknüpft werden müsse.
Kurt Hackl informierte im Rahmen einer Pressekonferenz über die Pläne in Lackenhof.
10 - 20 Millionen Euro
Im kommenden Doppelbudget 2027/28 sollen laut Hackl die notwendigen Mittel für den Weiterbetrieb der Lifte sowie für neue Sommerangebote abgesichert werden. Konkret ist von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag zwischen zehn und 20 Millionen Euro die Rede. Der Schwerpunkt liegt auf Lackenhof, Teile der Mittel sollen aber auch ins Hochkar (Bezirk Scheibbs) fließen. Das Budget falle angesichts des aktuellen Sparkurses geringer aus als ursprünglich diskutiert, die geplanten Maßnahmen seien damit aber finanzierbar.
Gäste will man mit einem neuen Anruf-Sammeltaxi-System in die Region locken. Auch der Ausbau des Radwegenetzes, ein Wasserspielplatz, ein Waldrutschenpark und ein Minibikepark sollen die Besucherzahlen in die Höhe treiben. Der Fokus der Angebote liege auf Familien mit Kindern bis 12 Jahren. Man wolle bewusst auf „sanften Tourismus“ setzen und die Interessen der Grundeigentümer berücksichtigen. Pläne zum Ausbau des Skigebietes gibt es nicht, auch die geplante neue Seilbahn auf den Ötscher inklusive Panoramarestaurant wurde verworfen. Auch wenn die Region aufatmen kann, der Druck bleibt. „In den nächsten zwei Jahren müssen positive Effekte sichtbar werden“, sagte Hackl.
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