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Wiener Neustadt: In zehn Jahren vom Schuldenkaiser zum Sparmeister

Auch mit deutlichen Einsparungen bleibt die finanzielle Lage von Städten wie Wiener Neustadt angespannt.
Die Stadt Wiener Neustadt

Man muss schon genauer hinsehen, um Kommunen in Niederösterreich zu finden, denen das Wasser finanziell nicht bis zum Hals steht. Laut Angaben des Landes NÖ stehen knapp 300 der insgesamt 573 Gemeinden im Bundesland finanziell mit dem Rücken zur Wand. Diese Orte und Städte werden als Abgangs- oder Konsolidierungsgemeinden geführt.

Sparkurs seit 2015

Wiener Neustadt war vor elf Jahren nicht nur eine der meist verschuldeten Städte Österreichs, man sorgte auch mit einem Abgang von mehr als 13 Millionen Euro für Negativ-Schlagzeilen. Seither fährt die bunte Stadtregierung einen strikten Sparkurs, der sich auch auf den Finanzhaushalt auswirkt, wie die Stadtregierung am Freitag bekannt gab.

Die Zahlen des Rechnungsabschlusses der Stadt Wiener Neustadt für das Jahr 2025 liegen vor und zeigen trotz "weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen eine stabile Entwicklung", hieß es aus dem Rathaus.

Schwierige konjunkturelle Situation

Der Rechnungsabschluss ergibt deutliche Verbesserungen gegenüber dem Voranschlag - sowohl bei den laufenden Sach- als auch bei den Personalausgaben. "Einnahmenseitig konnten vor allem bei der Grundsteuer und Kommunalsteuer Verbesserungen zum Voranschlag erzielt werden. Bedingt durch die anhaltend schwierige konjunkturelle Situation waren bei den Ertragsanteilen an den Bundesabgaben im Jahr 2025 Einbußen zu verzeichnen", so die Stadtregierung.

Gegenüber dem Voranschlag konnte das Ergebnis um mehr als 23 Millionen Euro verbessert werden. Bei den Zukunftsinvestitionen des Jahres 2025 steckte die Stadt rund 36 Millionen Euro in verschiedenste Projekte, davon kamen rund 20 Millionen aus den vorhandenen liquiden Mitteln.

Die bunte Stadtregierung nach der Budget-Klausur.

Die bunte Stadtregierung nach der Budget-Klausur.

Schuldenentwicklung

Bevor der Gürtel 2015 deutlich enger geschnallt wurde, hatte die Stadt einen Schuldenberg von 203 Millionen Euro. Seither wurden diese mehr als halbiert. Im vergangenen Jahr wurden die Schulden der Stadt (ohne der Tochtergesellschaften) um 8 Millionen Euro auf gesamt 100 Millionen gesenkt. Mit den Tochtergesellschaften im Holdingverbund sind es 204 Millionen Euro an Schulden.

Positiv auf das Budget ausgewirkt haben sich mehrere Faktoren. Einnahmenseitig gab es Steigerungen bei der Kommunal- und Grundsteuer im Ausmaß von 1,9 Millionen Euro. "Das zeigt, dass die Stadt ein attraktiver Wirtschaftsstandort ist, an dem sich Unternehmen gerne ansiedeln", so ÖVP-Finanzstadtrat Philipp Gruber, Bürgermeister Klaus Schneeberger und die bunte Stadtregierung.

Wie Gruber erklärt, werden sich die "finanziellen Spielräume ab 2026 weiter einengen. Wir werden daher auch bei den künftigen Budgets sparsam und mit Augenmaß vorgehen müssen."

Nicht auf Investitionen verzichten

"Wichtig sind die Investitionen, weil sie die lokalen Betriebe stärken, Arbeitsplätze sichern und die Modernisierung der Stadt vorantreiben. Der Schuldenabbau schafft Spielräume für die Zukunft. Selbstverständlich müssen wir in den nächsten Jahren den Blick noch mehr in Richtung Entlastung unserer Haushalte lenken", erklärt SPÖ-Vizebürgermeister Rainer Spenger.

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