Die Polizei stellte Versuche an. Eine "Kugelbombe" aus China hat genug Sprengkraft, um eine Telefonzelle in die Luft zu jagen 

© Polizei

Chronik Niederösterreich
01/13/2022

Todesopfer: Böller-Drama zu Silvester hat gerichtliches Nachspiel

23-Jähriger starb beim Zünden einer Kugelbombe. Die Obduktion deckt sich mit den bisherigen Ergebnissen - Verfahren wegen grob fahrlässiger Tötung.

von Patrick Wammerl

Es wird ein emotionaler Gang für alle Verwandten, Freunde und Kameraden. Am Samstag wird Manuel L. in der Wallfahrtskirche Maria Raisenmarkt (Bezirk Baden) zur letzten Ruhe beigesetzt.

Der 23-jährige Feuerwehrmann war in der Silvesternacht, wie berichtet, bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers (Kugelbombe) in Klausen-Leopoldsdorf ums Leben gekommen. Obwohl der Tod des jungen Mannes bereits eine große Strafe für alle Beteiligten ist, droht den Freunden des Getöteten auch ein gerichtliches Nachspiel.

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat ein Ermittlungsverfahren wegen grob fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannte Täter eingeleitet, bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erich Habitzl. Die Prüfung der Bezirkshauptmannschaft, ob die Gruppe von knapp 25 Partygästen bei der Silvesterfeier gegen die Covid-Maßnahmenverordnung verstoßen hat, mutet da noch als das geringste Problem an.

Im Vorfeld der Tragödie dürfte Manuel L. mit Bekannten die Kugelbombe der Kategorie 4 sowie weitere Feuerwerkskörper illegal in Tschechien gekauft haben.

Dass ausgerechnet erfahrene Feuerwehrleute solch brandgefährliche Pyrotechnik vom Schwarzmarkt zündeten, hat auch in Feuerwehrkreisen Debatten ausgelöst.

An der Stirn erwischt

Manuel L. soll zusammen mit drei Freunden (19, 21 und 25) den Feuerwerkskörper für den Abschuss in ein PVC-Rohr gesteckt haben. Um den heftigen Wind beim Anzünden abzuschirmen, hat sich das Quartett dicht um die Kugelbombe gedrängt. Laut Polizei zündete der Feuerwerkskörper sofort durch.

Dies stimmt auch mit dem vorläufigen Obduktionsergebnis überein. Manuel L. starb demnach durch ein offenes Schädel-Hirn-Trauma. Die Kugelbombe hatte ihn mit einer Geschwindigkeit von 500 Meter pro Sekunde und einer Druckkraft von einer Tonne voll an der Stirn erwischt. Sein 21-jähriger Freund wurde bei dem Unfall noch schwer, die beiden anderen Freunde leicht verletzt.

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