Blutspendetag: Rotes Kreuz meldet zu geringe Reserven in NÖ
Blutspenden werden dringend gebraucht
Anlässlich des internationalen Blutspendetags am 14. Juni wirft das Rote Kreuz im Gespräch mit dem KURIER einen Blick auf den Stand der Blutreserven im Land. Das Ergebnis lässt zu wünschen übrig. "Unsere Blutvorräte haben noch nicht den Sollzustand erreicht", erklärt Elisabeth Zechmeister vom Roten Kreuz. Die Blutreserven seien noch lange nicht so weit ausreichend, dass NÖ gut über den Sommer käme.
Blutreserven für Sommer benötigt
Pro Woche werden in der Region Niederösterreich, Wien und Burgenland rund 2.600 Blutkonserven benötigt. Ein Ausmaß, das kaum gedeckt werden kann. Im vergangenen Jahr waren beispielsweise knapp 42.500 Personen beim Roten Kreuz NÖ Blutspenden - eine Zahl mit Verbesserungspotenzial. Gerade in den Sommermonaten müssen ausreichend Blutreserven vorhanden sein, denn: "Zu dieser Zeit gehen erfahrungsgemäß weniger Menschen zur Blutspende", sagt Zechmeister.
Auf die Frage, weshalb es im Sommer einen Mangel an Blutspenderinnen und Blutspendern in NÖ gebe, erklärt sie: "Viele Menschen sind auf Urlaub oder gehen anderen Freizeitaktivitäten nach, dadurch kommen weniger Spenderinnen und Spender zu den Terminen. Der Bedarf bleibt aber unverändert hoch."
Alle Blutgruppen notwendig
Zur Blutspende aufgerufen werden fast alle Menschen in der Region. Sowohl Personen mit seltenen als auch Menschen mit häufigeren Blutgruppen. Laut Zechmeister werden in Niederösterreich nämlich aktuell alle Blutgruppen benötigt. Niederösterreich ist hierbei kein Einzelfall, Probleme mit den geringen Blutvorräten gibt es in ganz Österreich.
Dabei dürfen in Österreich alle Personen, die die gesundheitlichen Kriterien erfüllen und deren Körpergewicht mindestens 50 Kilo beträgt, vom 18. bis zum 70. Geburtstag zur Blutspende gehen. Nur bei Erstspenderinnen und Erstspendern gibt es eine Ausnahme, sie dürfen zum Zeitpunkt ihrer ersten Spende das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Wie oft eine Person zur Blutspende gehen darf, hängt indessen vom Geschlecht ab. Männer dürfen bis zu vier Mal pro Jahr Vollblut spenden - Frauen, intergeschlechtliche und diverse Personen, sowie Personen mit offener oder keiner Geschlechtsangabe nur bis zu drei Mal pro Jahr. "Der Mindestabstand zwischen zwei Vollblutspenden muss dabei acht Wochen betragen", erklärt Zechmeister weiter.
Blutspenden für Krebstherapien
Wofür die ganzen Blutspenden benötigt werden? Die Expertin vom Roten Kreuz klärt auf: "Viele denken bei Blutspenden zuerst an Unfälle. Tatsächlich wird der Großteil aller Blutspenden für Menschen mit schweren Erkrankungen wie beispielsweise bei Krebstherapien benötigt." Blut werde aber auch bei Operationen oder im Rahmen von Geburten gebraucht und könne Leben retten. Ein wichtiger Anreiz, um zur Blutspende zu gehen.
In Niederösterreich können Menschen die ganze Woche über bei der Pop-Up-Blutspende in der SCS in Vösendorf (Bezirk Mödling) Blutspenden. Zudem gibt es einen Blutspendenstützpunkt in Zwettl im Waldviertel, der montags und dienstags von 15 bis 19 Uhr in Anspruch genommen werden kann.
Neben diesen beiden Standorten stehen Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern zahlreiche andere Blutspendeaktionen im ganzen Bundesland zur Verfügung. Zu finden sind sie alle auf blut.at.
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