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Chronik Niederösterreich
06/29/2012

Bettlerbanden auf Abzocktour

Rumänen, die mit gefälschten Spendenlisten unterwegs sind, machen die Region Melk unsicher. Ein 23-Jähriger sitzt in U-Haft.

Ein Schlag gegen die organisierte Bettlerkriminalität ist jetzt Ermittlern in Melk gelungen. Der Fall zeigt einmal mehr, dass die Banden nicht nur dreist, sondern auch ganz gezielt vorgehen. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung konnte am Mittwoch ein Rumäne in Melk aufgegriffen werden. Der Mann hatte eine gefälschte Spendenliste mit dabei. Als der 23-Jährige die Polizisten sah, wollte er die Liste wegwerfen. Zu spät, der Mann wurde an Ort und Stelle festgenommen. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Rumäne auch in Wels und Feldkirch äußerst aktiv gewesen sein muss. Denn auch hier stand er wegen Betrugshandlungen im Visier der Polizei. Der 23-Jährige sitzt nun in St. Pölten in Untersuchungshaft.

Gefälscht

Nur einen Tag später schnappten die Beamten junge Rumäninnen (15 und 16 Jahre alt), die ebenfalls mit einer Spendenliste unterwegs waren. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd wurden sie gestellt.

Die Polizei befürchtet, dass schon einige Bürger den Banden zum Opfer gefallen sein könnten. Denn auf der Liste steht sinngemäß, dass für „körperlich Behinderte und für arme Kinder" ein internationales Zentrum gebaut werden soll. Unter den gefälschten Unterschriften prangt ein Stempel des Vereins „Handicap International". Die Organisation, die sich laut Homepage in über 60 Ländern mit 250 Projekten für Menschen mit Behinderung einsetzt, insbesondere in Kriegs- und Krisengebieten. Einen Schwerpunkt bildet das Engagement für das Verbot von Landminen und Streubomben.

Von Spendensammlungen wie in Melk weiß man bei „Handicap International" freilich nichts. Die Polizei geht davon aus, dass noch mehr dubiose Bettler in der Region unterwegs sein könnten. Sachdienliche Hinweise werden an die zuständigen Polizeiinspektionen erbeten.

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