Chronik | Niederösterreich
19.06.2018

Betrüger blieb Hochzeit, Auto und Busen schuldig

33-Jähriger flog bei geplantem Hauskauf auf. Selbst seine Ehefrau soll der Gauner über Jahre getäuscht haben.

Ein schönes Anwesen samt Teich, eine Luxuskarosse, Baumaschinen und Silikonimplantate für seine Frau: Das alles soll sich ein ausgefuchster Millionenbetrüger aus dem Raum Baden in den vergangenen Jahren ergaunert und erschlichen haben. Der Anzeige einer aufmerksamen Immobilienmaklerin ist es zu verdanken, dass Betrugsspezialisten des nö. Landeskriminalamts dem 33-jährigen Ronald U. das Handwerk legen konnten. Der bereits einschlägig vorbestrafte Betrüger sitzt in Wiener Neustadt in U-Haft.

Es war sein weltmännisches und überzeugendes Auftreten, dass dem 33-Jährigen anscheinend Tür und Tor für seine Gaunereien öffnete. Er konnte demnach glaubhaft vortäuschen, dass er durch Firmenverkäufe in Ungarn 7,5 Millionen Euro an Erlösen erwarten würde. Es gelang ihm, einen Notar zu finden, der dies in einer Notariatsurkunde auch bestätigte. „Mit dieser falschen Urkunde ging er quasi auf Einkaufstour, ohne tatsächlich einen Cent zu besitzen“, so ein Ermittler.

Hochzeitstafel

Selbst seine eigene Ehefrau dürfte der Kriminelle erfolgreich getäuscht haben. Dabei hätte die 26-Jährige schon stutzig werden müssen, als ihr „Möchtegern-Millionär“ die Rechnung der Hochzeitstafel schuldig blieb. Auch die Kosten für die Schönheitsoperation seiner Frau bezahlte Ronald U. nicht, ebenso wie den Kaufpreis für zwei Pferde. Als er zuletzt eine ältere Haftstrafe antreten sollte, musste er untertauchen. Seiner Frau täuschte er deshalb eine unheilbare Krebserkrankung vor, für deren Behandlung er ins Ausland reisen müsse.

Als der 33-Jährige schließlich ein wunderschönes Anwesen an einem Teich in Tribuswinkel erstehen wollte, wurde Ulrike List von „Friends Immobilien“ stutzig: „Uns kam die Sache komisch vor. Nachdem der Kaufpreis nicht rechtzeitig am Konto des Treuhänders einlangte, rieten wir den Verkäufern der Liegenschaft zur Aufhebung des Vertrages. Somit konnten wir wenigstens den Schaden von unseren Kunden abwenden. Ich habe dann sofort Anzeige erstattet“, sagt die Maklerin. Auf den Gebühren blieb das Büro freilich sitzen.

Ronald U. legte nach seiner Festnahme eine Lebensbeichte ab. Kurios dabei: Er hatte in einem Ordner zu jeder seiner Betrugshandlungen einen Beleg. Zu den Geschädigten zählt auch Mercedes Benz. Für seine bestellte Luxuskarosse fallen 32.000 Euro Stornogebühren an.