Chronik | Niederösterreich
27.07.2017

Aufregung um Verbot von Blasmusik im Biergarten

Krems. Volksmusikfans kämpfen für Tradition.

Weißwurst, Brezel und Blasmusik: Seit zwei Monaten ist der von Blechbläsern umrahmte Frühschoppen im neuen Kremser Hofbräuhaus am Südtirolerplatz Anziehungspunkt für viele Gäste. Damit ist jetzt Schluss: "Der Magistrat hat mir die Livemusik per Bescheid untersagt", erzählt der betroffene Eigentümer, Othmar Seidl. Nun sammelt er Unterschriften gegen das Verbot. Von der Stadtverwaltung ist zu hören, dass Seidel die Live-Musik gar nicht gemeldet hatte.

Verwunderung

Sechs Mal seit der Eröffnung des Lokals habe es bisher Musikauftritte im Gastgarten gegeben, so Seidl, davon lediglich zwei Mal am Abend. Der Wirt wundert sich darüber, dass bei der jüngsten Marillenveranstaltung auf dem Südtirolerplatz eine Metal-Band bis nach Mitternacht gespielt habe, obwohl sie nur bis 22 Uhr eine Genehmigung hatte, die Musik bei ihm aber ein Problem sein soll.

"Auf Grund der Anzeige eines einzigen Anrainers habe ich einen Bescheid bekommen, wonach ich keine Blasmusikgruppen mehr im Gastgarten auftreten lassen darf."

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass für regelmäßige Musik-Veranstaltungen eine gewerbliche Genehmigung nötig sei, die in diesem Fall aber gar nicht beantragt wurde.

"Ich veranstalte das unregelmäßig, das könnte die Gemeinde laut Landesgesetz problemlos erlauben, tut es aber nicht", kontert Seidl. Der jetzt die Bevölkerung um ihre Meinung fragt: "Ich möchte wissen, ob Kremser diese Tradition schätzen", meint er und hat eine Unterschriftenliste aufgelegt. "Wir möchten aufzeigen, dass Livemusikdarbietungen wie regionale Blasmusik, Jungmusiker, Volksmusik, Austropop ein wertvolles Kulturgut unserer Region darstellt", steht auf den Blättern zu lesen, die im Lokal aufliegen und für die laut Seidel großes Interesse besteht.

In den kommenden Wochen soll es zur Aussprache mit den Rathaus-Juristen kommen. Ihr Ergebnis wird darüber entscheiden, wie es weiter geht.