Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Anrainerprotest gegen geplantes Seniorenprojekt in Ardagger

Bei der Projektpräsentation für den Seniorenwohnkomplex zeigte sich massive Kritik gegen den Standort. Bürgermeister Pressl will die Bedenken ernst nehmen.
Wolfgang Atzenhofer aus Ardagger
Geplantes Seniorenprojekt in der Römerstraße in Ardagger Markt.

In den Planungen bereits sehr weit gediehen, muss in Ardagger (Bezirk Amstetten) für ein neues Seniorenwohnprojekt eine Nachdenkpause eingelegt werden. Anrainer machen nämlich gegen den geplanten Standort in einer zentrumsnahen Siedlung des Ortsteils Ardagger Markt mobil.

Bei einer Bürgerpräsentation bekamen Bürgermeister Johannes Pressl (ÖVP) und andere Gemeindeverantwortliche sowie Vertreter der Bauträgergruppe WET recht emotionale Kommentare zu hören.

Grundsätzliche Übereinstimmung

„Die Projektpräsentation war intensiv und hat eine relativ starke Ablehnung der Nachbarn an diesem Standort gezeigt. Das nehmen wir natürlich zur Kenntnis“, sagt Pressl. Grundsätzliche Übereinstimmung gebe es allerdings, dass in der Gemeinde eine derartige Einrichtung notwendig sei, zitiert Pressl einen Diskussionsteilnehmer mit dem Satz „Projekt hui - Standort pfui“. Der Bürgermeister versichert, die Bedenken sehr ernst zu nehmen.

Geplant wäre, auf einem 2.300 Quadratmeter großen Areal ein Objekt mit 21 verschieden großen Wohnungen mit einer zentralen sozialen Betreuungsmöglichkeit zu errichten. Menschen ab der Pflegestufe 1 sollen als Mieter angesprochen werden.

Neben etlichen recht überzeichneten Einwänden gegen das Vorhaben kristallisierten sich für den Bürgermeister zwei Hauptanliegen gegen den Seniorenbau heraus. Einerseits befürchten die möglichen Nachbarn in der Römerstraße ein für die Siedlung belastendes höheres Verkehrsaufkommen. 

Keine Blicke in Anwesen gewünscht

Andererseits wurden Bedenken vorgebracht, dass die künftigen Bewohner des Seniorenhauses in die benachbarten Hausgärten und Wohnungen einsehen könnten. Pressl: „Konkret wären drei Liegenschaften wirklich davon betroffen, dass in ihre Anwesen geblickt werden könnte. Dagegen wären bauliche Maßnahmen und Begrünungen vorgesehen.“

Bedenken gab es auch, dass die abschüssigen Straßen und Wege in der Südhangsiedlung Gehbehinderte oder Senioren mit Rollatoren oder auch Rollstühlen kein leichtes Sein hätten.

Im Rahmen der Diskussion kündigte etwa der direkte Anrainer Christian Prinz an, mittels 200 bereits gesammelter Unterschriften eine neuerliche Befassung des Gemeinderats mit dem Projekt verlangen zu wollen. 

Neue Diskussion im Gemeinderat 

Ortschef Pressl will das nun ohnehin tun. „Ich habe klargemacht, dass das Projekt nie dafür ausgelegt war, jemandem schaden zu wollen“, sagt er. Pressl lässt durchblicken, dass er nicht vorhabe, das an sich willkommene Seniorenprojekt durch Widerstand aus der Bevölkerung beschädigen zu wollen.

Bei der Prüfung nach Ersatzstandorten in Markt und Stift Ardagger sowie in Stephanshart sei es jedenfalls erstes Ziel, ortsinterne Areale auf ihre Eignung zu prüfen, kündigt Pressl an. 

Im nächsten Schritt werden jetzt einmal die Gremien der Parteien und der Gemeinde mit der neuen Situation befasst. 

Kommentare