Toter Ex-Polizist und sein Waffenlager: Munition für Vierfachmörder

Brisanter Fund bei schillernder Figur in NÖ ruft Plattform „Stoppt die Rechten“ auf den Plan. 65-Jähriger war blauer Polizeigewerkschafter.
Bei dem Mann wurden im Bezirk Melk fast 40 Waffen gefunden.

Der bekannte Ex-Polizist hatte schon zu Lebzeiten für Schlagzeilen, Prozesse und Disziplinarverfahren gesorgt. Unter anderem im Zusammenhang mit Alois Huber, dem Vierfachmörder und Wilderer von Annaberg im Jahr 2013.

Auch nach dem überraschenden Tod des 65-Jährigen am 9. März im Zuge eines Forstunfalles beschäftigt der frühere freiheitliche (AUF-)Polizeigewerkschafter aus dem Bezirk Melk Behörden und das Innenministerium. Dieses Mal wegen eines teils illegalen Arsenals von Schusswaffen, Munition und Sprengmittel an der Wohnadresse des früheren Polizeibeamten.

Was war passiert? Der freiheitliche Ex-Polizist, der 2013 sogar für den Nationalrat kandidierte, aber den Einzug nicht schaffte, war am 9. März beim Baumfällen in einem Waldstück in Melk vom Stamm einer Esche getroffen und tödlich verletzt worden.

Notärztin stellte den Tod fest

Als er am Abend von der Waldarbeit nicht nach Hause gekommen war, schlugen Angehörige Alarm. Der 65-Jährige wurde im Wald leblos gefunden. Die Notärztin konnte nur mehr den Tod feststellen.

Entschärfer rückten aus

Im Zuge der Abwicklung der Verlassenschaft tauchte ein Waffenarsenal an der Wohnadresse des 65-Jährigen im Bezirk Melk auf.

Am 2. April musste deshalb der Entschärfungsdienst der Cobra in der Direktion Spezialeinheiten (DSE) zusammen mit Beamten der Landespolizeidirektion NÖ ausrücken. Die Umgebung wurde großräumig gesperrt. Neben 26 legal registrierten Waffen des begeisterten Jägers stießen die Beamten auch auf mindestens zehn illegale Waffen, eine große Menge Munition und vermutlich auch Sprengmittel.

SKO-Organ

Der frühere Polizeigewerkschafter war zu Dienstzeiten auch als sprengstoffsachkundiges Organ (SKO) der Polizei tätig und somit im Umgang mit explosiven Stoffen und Pyrotechnik geschult.

Entschärfungsdienst der Cobra

Entschärfungsdienst der Cobra

Munition geliefert

Die antifaschistische Plattform „Stoppt die Rechten“ ist auf den Fall aufmerksam geworden und verlangt von den Behörden nun Aufklärung – besonders im Zusammenhang mit den illegalen Waffen des Ex-Polizisten und wo diese herkommen.

Sein Faible für Schusswaffen und alles, was dazu gehört, hatte ihm schon einmal Ärger eingebracht. Nach dem Amoklauf des Vierfachmörders Alois Huber in Annaberg wurde im Zuge der Ermittlungen bekannt, dass der Polizist dem Wilderer mehrmals selbst gestopfte Munition geliefert hatte. Die beiden Männer kannten sich von der Jagd im Bezirk Melk sowie von einem Schützenverein.

Auch später sorgte der Polizeibeamte für Schlagzeilen, als er 2017 wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht stand und verurteilt wurde.

Der damals hochrangige Personalvertreter soll sich die Telefonnummer einer 15-Jährigen durch eine illegale Abfrage aus einem elektronischen Polizeiakt besorgt haben. Auf dem Handy des Mädchens wurden im Zuge der Erhebungen anzügliche Bemerkungen des Polizisten gefunden.

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