Walter Baumgartner (50) war auf der Hohen Wand zu Hause

© Wammerl Patrick

Chronik Niederösterreich
09/21/2020

Absturz auf der Hohen Wand: Trauer um bekannten Jagdaufseher

Der bekannte Landwirt nahm im jahrelangen Streit um die Steinwild-Population in NÖ eine besondere Rolle ein.

Trauer und Entsetzen herrscht seit Sonntag beim nö. Landesjagdverband. Der bekannte Jäger, innovative Direktvermarkter und Chef des Loderhofes an der Hohen Wand im südlichen NÖ, Walter Baumgartner, ist Sonntagfrüh auf seinem Hausberg tödlich verunglückt. Der 50-Jährige war zusammen mit einem 31-jährigen Jagdgast im felsigen Gelände unterwegs, als er auf einer Wurzel ausrutschte und 100 Meter östlich des Hanselsteighauses über einen Abgrund stürzte. Für den in der Region äußert beliebten und bekannten Familienvater kam jede Hilfe zu spät.

Baumgartner stellte am Loderhof am Fuße der Hohen Wand bäuerliche Produkte unter besonderen Qualitätskriterien her und vertrieb diese jeden Freitag am Bauernmarkt in Wiener Neustadt. Der 50-Jährige war außerdem Jagdhornbläser und engagierte sich für Brauchtumspflege und nachhaltige Jagd im Kreise der Hubertusrunde, dem ältesten Jagdverein der Stadt Wiener Neustadt. Dieser zeichnete sich jedes Jahr für die Ausrichtung des traditionellen Wiener Neustädter Jägerballes verantwortlich. Mit dem Industriellen und ehemaligen Chef des Baumit-Konzerns, Friedrich Schmid, verlor die Hubertusrunde heuer bereits ihr prominentestes Mitglied. Schmid starb überraschend am 31. März im 78. Lebensjahr.

Eine besondere Rolle kam Baumgartner als Jagdaufseher auch im Streit um die ausufernde Steinwild-Population auf der Hohen Wand zu. In der über Jahre hitzig geführten Debatte zwischen Tierschützern, der Behörde und der Jägerschaft um die Zukunft des Steinwildes in dem beliebten Ausflugsgebiet, nahm Baumgartner stets eine vermittelnde Rolle ein.

Nach einem Missgeschick, bei dem in den späten 80er-Jahren ein paar Stück Steinwild aus einem Gatter entkommen waren, haben sich die Tiere auf der felsigen Hohen Wand angesiedelt und rasend schnell vermehrt. Als die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt 2003 dem Treiben mit einem Totalabschuss ein Ende setzen wollte, sammelten Tierschützer 6500 Unterschriften und retten den Tieren damit das Leben.

Der Schutz der Kolonie hatte zur Folge, dass die Population explosionsartig stieg. Teilweise richteten die mehr 100 Exemplare große Naturschäden an. Die Behörde reguliert daher die Population seit Jahren mit gezielten Abschüssen. Walter Baumgartner zeichnete sich in seinem Revier für die Kontrolle und das Monitoring verantwortlich.

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