Die Nachbauten heben auch tatsächlich ab

© CraftLab

Pitten
10/09/2020

Abflug für historische Vögel "Made in NÖ"

Bildhauer baut mit seiner Firma in Pitten geschichtsträchtige Flugzeuge und Automobile für einen erlesenen Kundenkreis nach.

von Patrick Wammerl

Koloman Mayrhofer war 20 Jahre lang freischaffender Künstler und Bildhauer. Heute baut er in aufwendiger Handarbeit in einer alten Tennishalle in Pitten (Bezirk Neunkirchen) geschichtsträchtige Flugzeuge und historische Automobile originalgetreu nach. Bei den Auftraggebern handelt es sich um einen erlesenen Kreis wohlhabender Sammler und Museen rund um den Erdball. Einer von ihnen ist Ernst Piëch, Enkel des Fahrzeugpioniers Ferdinand Porsche. Mit seiner Erlebniswelt fahr(T)raum am Mattsee ist er einer von Mayrhofers Kunden.

Es war um 1990, als aus dem lebenslangen Interesse für historische Flugzeuge eine Geschäftsidee entstand. „Ich habe das erste Flugzeug, eine Albatros D III für mich privat nachgebaut“, so Mayrhofer. Es dauerte bis 2012, als der Vogel nach der luftfahrttechnischen Zulassung das erste Mal in die Lüfte stieg.

Nachdem er eine Reihe ähnlicher Individualisten, wie er selbst einer ist, gefunden hatte, ging es daran, die ersten Projekte im Kundenauftrag umzusetzen. Die Mitarbeiter der Firma CraftLab sind Feinmechaniker, Autodidakten oder kommen aus dem Musikinstrumentenbau.

In Handarbeit werden begehrte Objekte wie beispielsweise die über 100 Jahre alten Ikonen der K.-u.-k-Fliegerei in Pitten hergestellt. „Aufgrund unserer Erfahrung wurden wir beauftragt, zwei Stück Albatros D-II und eine D-III in der Ausführung, wie sie 1917 bei den Albatros-Werken Berlin Johannisthal gebaut wurden, zu fertigen“, so Mayrhofer. Die Maschinen werden eins zu eins wie das Original gebaut. Es gibt keinen technischen Schnickschnack, zum Einsatz kommen Fichten- oder Eschenholz und die damaligen Motoren. „In vielen Fällen hat der Kunde ein historisches Triebwerk und will, dass wir den Flieger rundherum bauen“, so der Chef der Firma CraftLab.

Bei über 8.000 Arbeitsstunden für das Flugzeug samt Zulassung und nochmals 1.500 Stunden für die Restaurierung eines Motors, kann man sich vorstellen, dass für einen solchen Flieger einiges an Kleingeld notwendig ist. „Die Stückzahlen sind homöopathisch“, lacht Mayrhofer. Neben den bisher 15 gefertigten Fliegern hat man sich deshalb auch auf historische Automobile, wie den Austro Daimler spezialisiert.

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