Chronik | Niederösterreich
10.01.2012

1500 Unterschriften für Luft-80er auf A 2

Mehr als 1500 Unterschriften für Tempo 80 auf der Südautobahn wurden gesammelt. Doch die Chancen stehen schlecht.

Täglich fahren rund 150.000 Fahrzeuge auf der Südautobahn unmittelbar am Wohngebiet von Wiener Neudorf vorbei. Und zwar – so es gerade keinen Stau gibt – mit Tempo 130. Als Sofortmaßnahme gegen Lärm und Abgase wird seit Jahren die Reduktion auf 80 km/h Maximalgeschwindigkeit gefordert. Doch die Chancen auf eine Tempobremse stehen schlecht.

Und das, obwohl erst kürzlich mehr als 1500 Unterschriften von Bürgermeister Christian Wöhrleitner (SP) und Gemeinderätin Elisabeth Kleissner (Umweltforum) im Verkehrsministerium übergeben wurden. „Vergangenes Jahr wurden die Grenzwerte für Feinstaub an 43 Tagen überschritten. Tempo 80 wäre eine Möglichkeit, das zu reduzieren“, erklärte Wöhrleitner. Zwar gibt es auf der A 2 südlich von Wien eine Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA), aber „leider wird nur entsprechend der Verkehrssituation reguliert“, sagte Wöhrleitner. Messungen von Umweltparametern fließen in die VBA und damit in die Temporegelung per Überkopfanzeigern hingegen nicht ein.

Kein Anlass

Wöhrleitner will nicht locker lassen: „Wir sind nur 16 Kilometer vom Stadtzentrum von Wien entfernt. Das hier ist urbanes Gebiet und ich sehe nicht ein, warum auf der Tangente 80 km/h möglich sind und hier nicht.“ Der Ort ist auch zwischen der Autobahn und der B 17, wo immerhin zusätzlich 24.000 Fahrzeuge unterwegs sind, eingezwängt. Er appelliert an das Land NÖ, einen „Luft 80er“ zu verordnen. Eine solche Maßnahme könnte mit Grundlage Immissionsschutzgesetz Luft (IG-Luft) veranlasst werden.

Auf Landesebene sieht man dazu aber zumindest derzeit keine Veranlassung: „Die VBA reduziert abhängig von der Verkehrslage die Geschwindigkeit. Bei geringem Verkehrsaufkommen sind aber auch die Emissionen geringer. Damit regelt sich das automatisch“, meinte der oberste Verkehrsplaner des Landes, Friedrich Zibuschka. „Ich verstehe die Sorgen, aber ich glaube auch, dass die Anlage ausreichend ist.“ Bei stichprobenartigen Messungen in der Region seien die Grenzwerte nicht überschritten worden.

Vom Tisch ist das Thema „Tempo 80“ damit aber noch lange nicht. Am 16. Jänner folgen weitere Gespräche im Verkehrsministerium mit Vertretern der Gemeinde und der ASFiNAG.