14 Gemeinden wollen das neue Spital im Weinviertel

Die Bezirke Hollabrunn und Korneuburg werben offensiv um das neue Weinviertelklinikum Süd-West. Diese Woche soll die Standortfindungskommission ihre Ergebnisse vorlegen.
Spitalszimmer mit Monitor im Vordergrund, Betten und Pflegekraft im Hintergrund

Noch ist die Katze nicht aus dem Sack. Erst Ende April will das Land bekannt geben, wo das neue Weinviertelklinikum Süd-West gebaut werden soll. Dieses wird die drei bestehenden Landeskliniken in Hollabrunn, Stockerau und Korneuburg ersetzen.

Dabei haben 14 Gemeinden Grundstücke in den Ring geworfen, darunter auch die Bezirkshauptstädte Hollabrunn und Korneuburg sowie die größte Stadt des Weinviertels, Stockerau.

Die Entscheidung liegt bei einer Expertenkommission, die die Standorte nach einem wohl gehüteten Punktesystem bewertet. Was die Politiker aus Hollabrunn und Korneuburg jedoch nicht davon abhält, öffentlich die Werbetrommel zu rühren.

Kampf zwischen Nachbarn

Den Anfang machte der Hollabrunner ÖVP-Bürgermeister Alfred Babinsky, der den perfekten Standort am Rübenplatz, gleich neben dem Bahnhof und der S6, ortet. Sogar eine Studie und digitale Ansichten gab die Stadt in Auftrag, um zu zeigen, wie überzeugt sie von sich ist.

Ein Vorpreschen, das die Bezirkspolitiker von Korneuburg nicht so einfach hinnehmen wollen: Sie setzten mit einer parteiübergreifenden Botschaft nach. „Für uns ist klar, dass dieses moderne Klinikum unbedingt im Bezirk Korneuburg errichtet werden muss, weil im Bezirk Korneuburg einfach der Bedarf gegeben ist, sowie im Hinblick auf die regionale Wertschöpfung und die Sicherung von Arbeitsplätzen“, sagen Landtagsabgeordneter Christian Gepp, Nationalratsabgeordneter Andreas Minnich (beide ÖVP), SPÖ-Bundesrat Martin Peterl sowie FPÖ-Landtagsabgeordneter Hubert Keyl.

Enormer Zuzug

Denn der Zuzug in die Region sei enorm, und auch in den nächsten Jahren sei davon auszugehen, dass sich die drei Städte Korneuburg, Stockerau und Gerasdorf sowie die Umlandgemeinden von Wien weiterentwickeln werden. „Die stetig wachsende Bevölkerung des Bezirkes verdient medizinische Versorgungssicherheit auf höchstem Niveau“, so Gepp, Minnich und Keyl unisono. 

Für SPÖ-Bundesrat Peterl auch eine Frage der Lage: „Eine Errichtung in unserem Bezirk sehen wir als unabdingbar an, auch aufgrund unserer optimalen Erreichbarkeit aus der Bundeshauptstadt – Stichwort: Gesundheitsregion Ost.“

Papier wird vorgelegt

Aus dem Büro von Landesrat Anton Kasser (ÖVP) ist indes zu hören, dass das Papier der Standortfindungskommission noch diese Woche der Landesregierung vorgelegt werden soll. Auf der Tagesordnung der Landtagssitzung am kommenden Donnerstag findet sich das neue Weinviertelklinikum damit noch nicht; das Land sprach stets von einer Realisierung bis 2040 und ließ sich damit viel Spielraum. 700 Betten, 100 ambulante Plätze und 2.300 Angestellten soll das neue Klinikum in Zukunft bieten.

Kein Verständnis für das Werben um das neue Krankenhaus zeigt Neos-Landtagsabgeordnete Edith Kollermann. „Es gibt nicht ohne Grund eine Expertenkommission, die sich mit dem zukünftigen Standort beschäftigt. Sie muss auf Basis klarer, fachlicher Kriterien entscheiden. Politische Zurufe, die ausschließlich auf Eigeninteressen und Lokalpatriotismus beruhen, sind hier absolut fehl am Platz.“

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