Der einstige Naschmarkt-Architekt soll Entwicklungspotenzial ausloten

Walter Stelzhammer schuf bereits 1993 die Zehn Gebote des Naschmarktes. Jetzt plant er wieder.
Ein Marktstand voller exotischer Früchte wie Mangos, Papayas und Rambutan.

An Walter Stelzhammer führt kein Weg vorbei. Der Architekt steht nebst einem Fischlokal im oberen Bereich des Wiener Naschmarkts. „Für mich ist der Markt so etwas wie ein zweites Zuhause“, sagt Stelzhammer.

Ein Mann steht vor einem Marktstand mit Obst und Gemüse.
Kein Architekt kennt die Standln zwischen Linker und Rechter Wienzeile besser als er. 1993 erstellte er im Auftrag der Stadt jene Studie, die bis heute stilprägend ist. Er legte fest, wie Neues inmitten des denkmalgeschützten Altbestandes auszusehen hat: Wie dürfen Lüftungsrohre verlegt werden? Wie grün müssen die grünen Fassaden gestrichen sein? Und wo dürfen welche Markisen angebracht werden? „Die Studie aus dem Jahr 1993 wurde zu einem fixen Regelwerk.“ Die „Zehn Gebote“ für den Naschmarkt.

Wie der KURIER in Erfahrung bringen konnte, wurde der Architekt mit seinem Kollegen Peter Weber jetzt ein zweites Mal engagiert. „Nach 20 Jahren schließt sich für uns der Kreis“, sagt er. „Der Auftrag der Stadt lautet, Entwicklungspotenziale des Markts auszuloten.“ Derzeit liegen erste Entwürfe beim Marktamt. Im Februar findet ein Termin mit der MA 19 statt. Ausgangspunkt für das Papier ist die Entscheidung, die Schleifmühl-Brücke, die das Marktgeschehen bis heute in zwei Abschnitte unterteilt, für den Verkehr zu sperren. Laut Mariahilfs Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (SPÖ) wird die Brücke schon mit Jahresende tabu für Autofahrer sein. „Ende des Jahres wird die Brücke zugemacht“, stellt Kaufmann nun klar.

Eine Schüssel Pho mit Rindfleisch und frischen Kräutern.

EPAepa00888570 A bowl of pho ready to eat in Hanoi, Vietnam, Monday 18 December 2006. Pho is Vietnams unofficial national dish, a hearty soup of rice noodles, herbs and either chicken or beef. Distinctly different versions eminate from kitchens across the
Ein lächelnder Mann hält einen großen Fisch in seinen Händen.

Kurier
Innenansicht eines Restaurants mit gedeckten Tischen und Holzdecke.

FREMD
Eine Frau nimmt eine Auster von einer Platte mit Eis, Zitronen und einer roten Sauce.

APAAPAHEF05 - 13052009 - WIEN - OESTERREICH: ZU APA-TEXT CI - THEMENBILD - Illustration zur aktuellen Debatte um die verstaerkte Besteuerung von Ò Reichen Ò sowie zum Thema Luxus aufgenommen am Dienstag, 12. Mai 2009, in einem Lokal am Wiener Naschmarkt
Eine lächelnde Frau mit blonden Locken und einer Schürze steht vor einem Café.

Kurier
Zwei Köche präsentieren Hummer, Garnelen und einen Fisch in einer Restaurantküche.

Kurier
In einem Feinkostladen stehen Kunden an der Theke, hinter der ein Verkäufer steht.

KRISTIAN BISSUTIURBANEK, NASCHMARKT
Einblick in ein Restaurant mit gedeckten Tischen und einer Bar im Hintergrund.

KRISTIAN BISSUTISalz & Pfeffer, Gastronomie, Lokal, Piccini Piccolo Gourmet, 1060 Wien, Linke Wienzeile 4, www.piccini.at
Ein Restaurant mit Außenbereich auf einem belebten Markt.

Naschmarkt, Pastamanufaktur, Stand 437, neues Lokal,
Ein Stück Sushi wird mit Essstäbchen gehalten.

thongsee - Fotolia
Eine Schüssel Pho mit Rindfleisch, Reisnudeln, Frühlingszwiebeln und roten Chilischoten.

REUTERSA bowl of pho, Vietnams signature beef noodle soup, is seen at a restaurant in Capital Garden Hotel in Hanoi March 30, 2011. The restaurant reported full bookings on weekends by people keen to eat pho made with slices of pricey Japanese Kobe beef,

Anfang 2014 würde die Brücke dann als Lagerfläche für die laufende Markt-Sanierung herhalten. „Aber im Lauf des Jahres soll die Fläche dann für Fußgänger geöffnet werden“, sagt Kaufmann. „Auf der Freifläche werden künftig Feste und Veranstaltungen stattfinden.“

Aufholbedarf ortet Stelzhammer auch abseits der Brücke. „Der Eingangsbereich am Anfang und am Ende des Markts sollte souveräner gestaltet sein. Davon könnte auch der Wochenmarkt im Bereich der Kettenbrückengasse betroffen sein.“ Außerdem sehe die Front hin zur Rechten Wienzeile wenig verlockend aus. „Auch hier könnte mit geringen Veränderungen – etwa einer Baumallee – viel erreicht werden.“

Hintergründe

Was hat es also zu bedeuten, wenn sich nun eine Studie mit den Entwicklungspotenzialen des Naschmarkts auseinandersetzt? Wird der Markt, der zuletzt wegen horrender Ablösesummen ins Gerede gekommen ist, gar erweitert? Im Büro von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou wird das dementiert. „Es gibt seitens der Stadt keinen Auftrag, Erweiterungspotenziale des Naschmarkts zu prüfen.“ Es gehe vor allem um die Frage, ob sich die Standler noch an jene Standards halten, die Stelzhammer dereinst selbst definiert hat.

Eine Frage, die Stelzhalmmer auch ohne das Erstellen einer Studie rasch beantwortet. Immerhin ist er mehrmals die Woche vor Ort unterwegs. „In 90 Prozent der Fälle haben sich die Leute in den letzten 20 Jahren an die Vorgaben gehalten.“

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