Zwölfjährige bekam Baby vom Stiefvater

Eine Handpuppe sitzt am 23.04.2013 auf einer Liege in einem Untersuchungsraum in der niedersächsischen Kinderschutzambulanz an der Medizinischen Hochschule Hannover (Niedersachsen). Kinder vom Baby- bis zum Teenageralter können in der Kinderschutzambulanz auf Spuren von Missbrauch untersucht werden. Die Puppe hilft und beruhigt die Kinder bei der Untersuchung. Foto: Julian Stratenschulte/dpa (zu dpa-Thema Kindesmissbrauch vom 24.04.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Im südlichen Burgenland wurde ein Fall von Kindesmissbrauch bekannt.

So etwas Extremes habe ich in meiner Polizeikarriere noch nicht erlebt“, erklärt ein fassungsloser Beamter im Gespräch mit dem KURIER. Ein 30-jähriger Mann soll seine Stieftochter missbraucht und ein Kind mit ihr gezeugt haben. Die 12-Jährige gebar in der vergangenen Woche das Baby. Am Wochenende wurde der 30-Jährige von der Polizei verhaftet.

Dienstagnachmittag wurde bekannt, dass nun auch gegen die Mutter ermittelt wird - und zwar wegen des Vorwurfs des Quälen oder Vernachlässigen unmündiger Personen. Die Mutter des zwölfjährigen Mädchens sei bereits als Beschuldigte einvernommen worden, erklärte Magdalena Wehofer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt (StA). Sie wurde auf freiem Fuß angezeigt.

Stiefvater war bereits vor Gericht

Der mutmaßliche Täter wurde bereits Anfang dieses Jahres wegen sexuellen Missbrauchs am Landesgericht Eisenstadt verurteilt, da er das Urteil nicht annahm, ist dieses nicht rechtskräftig.

"Der Stiefvater hatte mehrere Vorbeziehungen, aus denen auch Kinder entstammen – auch leibliche Kinder. Da bestand der Verdacht auf sexuelle Übergriffe", berichtete die Leitende Sozialarbeiterin des Landes, Bettin Horvath. Die Jugendwohlfahrt habe Anzeige erstattet, es habe auch ein Verfahren - auch hier ging es um ein minderjähriges Stiefkind - gegeben. "Dieses Verfahren wurde allerdings zunächst eingestellt. Jahre später wurde der Mann wieder angezeigt, das Verfahren neu aufgerollt", so Horvath.

Der 30-jährige Mann hat mit seiner Lebensgefährtin, deren zwölfjähriger Tochter und den beiden weiteren Kindern im Bezirk Güssing gelebt. Laut Polizei ist die Familie zugezogen. Details wollten die Ermittler am Montag noch nicht nennen: „Die Einvernahmen sind erst im Gange“, hieß es von Seiten der Polizei.

Hausgeburt

Verdachtsmomente wegen sexuellen Missbrauchs hätte es laut einem Bericht der Kronenzeitung schon länger gegeben. Anfang Oktober habe man eine sogenannte Gefährdungsmeldung von der Schule bekommen. "Man hat Verhaltensänderungen bei dem Mädchen festgestellt. Es gab viele Fehlstunden, es hat nicht mitgeturnt und auch sichtlich zugenommen, war aber sehr bestrebt, die Zunahme zu kaschieren und zu verstecken", sagte die Leitende Sozialarbeiterin des Landes, Bettina Horvath. Dass die Zwölfjährige schwanger sei, war aber nicht bekannt. Das Mädchen gebar das Baby zu Hause, vermutlich, um den Missbrauch zu vertuschen.

„Mutter und Kind geht es gut“, heißt es von der Polizei. Die Zwölfjährige wird psychologisch betreut. Die Jugendwohlfahrtsbehörde hat nach Auffliegen des mutmaßlichen Missbrauchs die notwendigen Schritte eingeleitet. Für die Zwölfjährige und deren Baby sowie ihre beiden ebenfalls minderjährigen Geschwister wurden vorübergehend Krisenpflegeplätze organisiert.

Verhaftet

Am vergangenen Wochenende schlugen die Beamten jedenfalls zu. „Der Täter ist zuerst geflüchtet und wurde dann festgenommen“, erklärt Güssings Bezirkspolizeikommandant Ewald Dragosits.

Der Täter und die Mutter des Opfers sollen erst in der Vorwoche geheiratet haben. Das Kind der Zwölfjährigen sei da schon geboren gewesen.

Mutter wusste Bescheid

Die Mutter der Zwölfjährigen hat offenbar vor dem Missbrauch die Augen verschlossen: "Die Jugendwohlfahrt hat ihre rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft und die damals neue Lebensgefährtin über die zurückliegenden Verdachtsfälle in einem Gespräch informiert - leider ohne Erfolg", erzählte Horvath und klärte auf: "Wir können nur aufgrund eines neuen Verdachts tätig werden. Wir dürfen auch niemanden vorverurteilen. Präventive Maßnahmen dürfen wir auch nicht setzen. Wir dürfen ja nur so weit ,wie es unbedingt notwendig ist in Eltern-und Familienrechte eingreifen."

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