An schulfreien Tagen kann man vor allem im Südburgenland lange auf einen Bus warten - er kommt nämlich nicht.

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Chronik Burgenland
03/02/2019

Zentren im mobilen Niemandsland: Ohne Schule keine Verbindung

An schulfreien Tagen kaum Chance auf öffentliche Verkehrsmittel. Drei von elf regionalen Zentren ohne Bahn sind im Burgenland.

von Michael Pekovics

Die Mobilität im ländlichen Raum bleibt ein Sorgenkind. Wie eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) ergeben hat, ist es um die Erreichbarkeit von regionalen Zentren, wie etwa Bezirkshauptstädten, im Burgenland schlecht bestellt – vor allem an schulfreien Tagen. Da gibt es nämlich teilweise so gut wie kein Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln.

Besonders auffällig ist der Unterschied im Bezirk Jennersdorf. Während an Schultagen immerhin 67 Prozent der Bezirksbevölkerung die Bezirkshauptstadt innerhalb einer halben Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können, sind es an schulfreien Tagen nur magere elf Prozent. Ähnlich in Güssing, wo Prozentsätze von 50 (Schultag) und 30 (schulfrei) errechnet wurden. Im Gegensatz dazu steht Mattersburg, das einen Wert von 90 Prozent aufweist.

Keine Bahn für Bürger

Offensichtlich ist wieder einmal das Nord-Süd-Gefälle. Während in Neusiedl am See immerhin 78 Züge pro Werktag halten und 10 Buslinien zur Verfügung stehen, gibt es in Oberpullendorf, Oberwart und Güssing überhaupt keine Eisenbahn. Österreichweit gibt es insgesamt 11 dieser regionale Zentren, die über keinen Bahnanschluss verfügen.

Für den VCÖ wäre die Schweiz ein Vorbild. dort muss es nämlich in Orten mit minimum 300 Einwohnern mindestens zwölf Busverbindungen pro Tag geben. Eine weitere Möglichkeit zur Verringerung des Individualverkehrs sieht der VCÖ in der Verlagerung von kurzen Autofahrten auf das Fahrrad. Vier von zehn Autofahrten in ländlichen Regionen sind nämlich kürzer als fünf Kilometer.

Neues Projekt im Süden

In diese Richtung zielt auch das aktuelle Leader-Projekt NAMOB (Nachhaltige Mobilität für die Gemeinden der Zukunft) im Südburgenland ab. Initiiert wurde es von Andreas Schneemann vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Energie.kompass. Für ihn geht es bei Elektromobilität vor allem darum, Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen. „Öffentliche Verkehrslösungen im ländlichen Raum sind schwer umzusetzen, deshalb wird der Individualverkehr weiterhin eine wichtige Rolle spielen“, sagt Schneemann.

Er führt die verbreitete Ablehnung von E-Fahrzeugen auf fehlende Alltagserfahrungen der Bürger zurück. Das Projekt NAMOB will praxisnahe Angebote schaffen, Barrieren zur E-Mobilität abbauen und Zugang zu nachhaltigen Mobilitätsangeboten schaffen. Dazu werden integrative Workshops im Act4.Energy-Kompetenzzentrum Stegersbach und im neuen Energiepark Ollersdorf stattfinden. Diese sollen Initialzündung für spezifische E-Mobilität-Initiativen in Gemeinden und Regionen sein.

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