© georg gesellmann

Chronik Burgenland
09/12/2021

Wie es im BFV nach Milletichs Wechsel zum ÖFB weitergeht

Nach der Designierung von Gerhard Milletich zum ÖFB-Präsidenten braucht der BFV einen neuen Chef – oder eine Chefin. Von den drei BFV-Vizepräsidenten wäre nur einer bereit

von Thomas Orovits

Dass Gerhard Milletich am Samstag zum ÖFB-Präsidenten designiert wurde, löste im Burgenland zunächst einmal einen Gratulationsreigen aus. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Sportlandesrat Heinrich Dorner (beide SPÖ) sehen den Parndorfer Medien-Unternehmer „aufgrund seiner Erfahrung und seines Know-how als bestens geeignet“. Der 65-jährige Milletich kenne „den heimischen Fußball ganz genau aus verschiedenen Blickwinkeln und ist bestens vernetzt“, attestieren die Politiker.

 

Der Aufstieg Milletichs bringt aber den Burgenländischen Fußballverband (BFV), an dessen Spitze der Unternehmer seit 2012 steht, unter Zugzwang. Denn der langjährige Obmann und jetzige Präsident des SC/ESV Parndorf 1919 ist von den Fußballvereinen des Landes erst im März des vergangenen Jahres mit 100 Prozent Zustimmung für weitere vier Jahre bestellt worden.

Zwei Szenarien

Wie kann es jetzt im größten Sportverband mit aktuell 152 aktiven Vereinsmannschaften in den 171 Gemeinden des Landes weitergehen?

Der rund 20-köpfige BFV-Vorstand muss darüber befinden, ob zur Kür eines Nachfolgers eine außerordentliche Generalversammlung einberufen wird – oder ob aus dem Kreis des Vorstands selbst ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin gewählt wird, der oder die dann bis zur nächsten regulären Generalversammlung im Frühjahr 2024 amtiert. Wählbar wäre jedes aktuelle Vorstandsmitglied, nicht nur die drei Vizepräsidenten Milletichs.

Im BFV-Vorstand gibt es dazu unterschiedliche Meinungen. Für die außerordentliche Generalversammlung spreche die breitere Legitimation des künftigen Präsidenten, sagen die einen. Die anderen schauen durch die Vereinsbrille und sehen bei den Klubfunktionären wenig Begeisterung, in Zeiten steigender Corona-Zahlen schon wieder zu einer Generalversammlung pilgern zu müssen.

Der scheidende Präsident Milletich hat in dieser Frage „keine Präferenz“, sagte er dem KURIER am Sonntag. Er sieht auch keine besondere Eile geboten, weil sein Rücktritt als BFV-Präsident ohnehin erst mit der Wahl zum ÖFB-Präsidenten bei der Ordentlichen Bundeshauptversammlung am 17. Oktober in Velden schlagend wird.

Milletich will nun „in den nächsten zwei Wochen“ in einer BFV-Vorstandssitzung den Rahmen für die weitere Vorgangsweise klären. Inhaltlich will er sich aber zu seiner Nachfolge nicht äußern, denn „das wäre vermessen“, meint der 65-jährige Sportfunktionär, der die Nachfolge beim Fußballverein in seiner Heimatgemeinde Parndorf schon vor Jahren geregelt hat. Präsident bleibt er beim Landesligisten aber wohl weiterhin.

Nur ein Vize wäre bereit

Wer in die großen Fußstapfen Milletichs treten könnte, ist angesichts seines überraschenden Abgangs noch offen.

Sollte es zu einer Kür aus den Reihen des Vorstands kommen, wären die drei Stellvertreter Milletichs aus den drei Landesteilen, Robert Wieger (Nord), Ernst Wild (Mitte) und Konrad Renner (Süd), die naheliegendsten Kandidaten.

Der Breitenbrunner Wieger („Das würde sich bei mir wegen des Berufs zeitlich kaum ausgehen“) und der Draßburger Wild („Ich bin erst seit 2020 Vizepräsident und jetzt sicher kein Kandidat fürs Präsidentenamt“) winken auf KURIER-Anfrage ab. Nur Renner aus Stuben im Bezirk Oberwart wäre bereit: „Selbstverständlich“.

Als dienstältester Vizepräsident wäre Renner jedenfalls interimistisch mit der Führung der Verbandsgeschäfte betraut, wenn es zwischen Milletichs Rückzug und der Wahl eines Nachfolgers ein Interregnum geben sollte.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.