© FREMD/Gesellmann Georg

Chronik Burgenland
12/05/2021

Weinpionier Engelbert Gesellmann (86) verstorben

Weggefährten würdigen den Deutschkreutzer als einen der wichtigsten Winzer des Landes.

von Claudia Koglbauer-Schöll, Paul Haider

Er war einer, der über den Tellerrand hinausschaute und der trotz seines Erfolges auch für seine Mitmenschen immer ein freundliches Wort übrig hatte: Der bekannte Weinpionier Engelbert Gesellmann aus Deutschkreutz (Bezirk Oberpullendorf) ist am Samstag im Alter von 86 Jahren gestorben.

Gesellmann hatte den Weinbaubetrieb von seinen Eltern übernommen und auf etwa 25 Hektar ausgebaut. Als nach dem Glykol-Skandal 1985 dunkle Wolken über der Weinwirtschaft hingen, war Engelbert Gesellmann einer jener, die den guten Ruf der burgenländischen Weine wieder herstellten. Von einem „österreichischen Weinwunder“ sprach der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky 1992.

Internationale Sorten

Einen Meilenstein in der Geschichte des burgenländischen Weinbaus setzte Gesellmann in den Achtzigerjahren mit der Auspflanzung internationaler Sorten und deren Ausbau in französischen Barriques. Er war Mitglied der „Renommierten Weingüter“. Im Jahr 2000 übergab er den Betrieb an seinen Sohn Albert.

„Er war einer der großen Weinbau-Pioniere. Er hat die Jahre nach dem Weinskandal mitgeprägt und den Blaufränkisch zu einer internationalen Sorte gemacht“, sagt Andreas Liegenfeld, Präsident des Weinbauverbandes.

Erst vor kurzem war Engelbert Gesellmann für seine Verdienste rund um den burgenländischen Wein mit dem Komturkreuz des Landes geehrt worden. Landeshauptmann Doskozil nannte Gesellmann einen „wichtigen Wegbereiter, der den ausgezeichneten Ruf des burgen- ländischen Weins wesentlich mitbegründet hat.“

„Immer ein Lächeln“

Christian Zechmeister, früherer Wein Burgenland Geschäftsführer, kannte Gesellmann seit Jugendtagen. Gegenüber dem KURIER spricht er von einem großen Verlust, sowohl menschlich als auch für die Weinwelt: „Ich wurde von der ganzen Familie total herzlich aufgenommen. Erst letzte Woche war ich wieder im Weingut. Engelbert war ein absoluter Rotweinpionier und ein äußerst herzlicher Mensch.“ Auch Liegenfeld erinnert sich gerne an Gesellmann: „Er ist immer auf jüngere Winzer zugegangen und hat mit ihnen einen freundschaftlichen Umgang gepflegt. Dabei hatte er immer ein Lächeln im Gesicht.“

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