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Verbund steigt aus Wasserstoff-Projekt im Burgenland aus

Die Burgenland Energie soll bis 2030 für Energieunabhängigkeit sorgen. Offene Fragen zu Stromproduktion, grünem Wasserstoff und zu den Speichern lassen zweifeln – die BE bleibt dabei.
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Was wäre die Landesholding ohne ihre Tochter Burgenland Energie AG? Sehr arm dran.

Nicht nur, dass der Landesenergieversorger Jahr für Jahr eine Dividende abliefert – zuletzt 12,2 Millionen Euro –, er trägt auch wesentlich zum Gesamtergebnis der Holding mit ihren 80 vollkonsolidierten Gesellschaften bei. In der vor wenigen Tagen veröffentlichten Bilanz der Holding ist ein Jahresüberschuss von 39,7 Millionen Euro ausgewiesen. Rechnet man den Überschuss der Burgenland Energie (44,8 Millionen) heraus, bliebe ein Minus von rund fünf Millionen. 2024 war das Minus noch größer.

Aber nicht nur für die Landesholding, in der von Spitälern über Landesbusse bis zur Immobiliengesellschaft alle Vehikel für die etatistische Wirtschaftspolitik von LH Hans Peter Doskozil (SPÖ) versammelt sind, ist die Burgenland Energie (EB) unverzichtbar. Auch in ihrem ureigenen Geschäftsfeld muss die zu 51 Prozent im Eigentum der Landesholding stehende BE liefern.

Ansagen und Absagen

Das Burgenland will schon bis 2030 „klimaneutral und energieunabhängig“ werden, zehn Jahre vor dem Bund. Um dieses hochambitionierte Ziel zu erreichen, setzt der seit fünf Jahren amtierende Vorstandschef Stephan Sharma auf den Ausbau von Windkraft und Photovoltaik und den Aufbau von Speichern, um auch dann sauberen Strom zu haben, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Ein Blick auf die Zahlen und nicht ganz rund laufende Projekte lässt Zweifel aufkommen, ob sich das alles ausgehen kann.

Der KURIER hat in der BE-Zentrale nachgefragt.

2021 sagte Sharma: „Heute produzieren wir 900 Gigawattstunden pro Jahr aus Windkraft. 2025 werden wir über 3.000 GWh aus Windkraft und Photovoltaik produzieren.“ Laut jüngstem Geschäftsbericht, der bis 30. September 2025 reicht, lag die kumulierte Stromproduktion nur bei 1.200 GWh.

Weit weg von 3.000. Die erneuerbare Stromproduktion sei von ursprünglich 900 GWh auf „aktuell rund 2.800 GWh verdreifacht“ worden, behauptet indes die BE. Damit sei man nach fünf Jahren das größte Wind- und PV-Unternehmen Österreichs.

Aber wie konnte es innerhalb eines knappen Jahres zur Steigerung von 1.200 auf 2.800 GWh kommen? Die BE verweist auf einen massiven Ausbau in diesen Monaten, zudem beträfen die Zahlen aus dem Geschäftsbericht „die Erzeugungsgesellschaft und enthalten nur Windkraft und Flächen-PV zu einem vergangenen Zeitpunkt“, jedoch „nicht Dach-PV-Anlagen anderer Gesellschaften der Burgenland Energie“. Die Energieunabhängigkeit im Burgenland sei von 50 Prozent 2021 auf 75 Prozent heuer gestiegen. Die BE bleibt dabei: Bis 2030 werde „Energieunabhängigkeit erreicht“.

Und das, obwohl ein „wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität“ weggebrochen scheint. 2022 verkündeten Doskozil, Sharma, die damalige grüne Klimaschutzministerin Leonore Gewessler und Verbund-Chef Michael Strugl die Errichtung des bisher größten Elektrolyseurs Österreichs bei Zurndorf. „Ab 2026 werden wir 9.000 Tonnen grünen Wasserstoff aus burgenländischer Wind- und Sonnenenergie pro Jahr produzieren“, so Sharma damals, 2030 sollten es 40.000 Tonnen sein. Nur: Vom Elektrolyseur ist bis heute nichts zu sehen.

Bund wundert sich, Verbund steigt aus

Warum? Es handle sich um ein „gemeinsames Projekt mit dem Bund“, so die BE. Sie habe ihre Aufgaben gemacht, es fehlten aber regulatorische und gesetzliche Rahmenbedingungen. Dafür sei der Bund zuständig – und säumig. Es handle sich „um kein Projekt des Bundes“, gibt es Widerspruch aus dem ÖVP-Wirtschaftsministerium. Außerdem sei „diese Argumentation nicht nachvollziehbar“. Bestehende Projekte wie in Hallein zeigten, „dass Wasserstoffprojekte bereits umgesetzt werden können.“ Der Verbund teilt mit, „nach intensiver interner Prüfung“ wurde entschieden, das geplante Projekt in Kooperation mit Burgenland Energie „nicht weiterzuverfolgen“. Es hätten „präzise Rahmenbedingungen“ gefehlt, insbesondere „Klarheit über den geplanten Pipelinebau“.

Keine Energiewende ohne Speicher. Als das Land 2022 die Kooperation mit dem deutschen Unternehmen CMBlu Energy AG präsentierte und in Schattendorf eine Pilotanlage entstand, schien alles auf Schiene. Dank neuer Technologie, die statt Lithium auf Kohlenstoffverbindungen baut, könnte das Speicherproblem 2025 gelöst sein, frohlockte Doskozil. Mitnichten, das Land setzt mittlerweile verstärkt auf herkömmliche Batteriespeicher. 2027 sollen 700 Megawattstunden in Betrieb sein, die Hälfte davon „in Europas größtem Agri-Wind-PV-Park“ bei Andau

CMBlu habe die Technologie „wesentlich weiterentwickelt“ und Großaufträge von Mercedes und Strabag, betont die BE. In Schattendorf werde „die nächste Generation des organischen Speichers auf Solid-Flow-Basis installiert“ und die Speicherdauer mehr als verdreifacht.

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