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04/25/2020

Tierarztbesuch nur bei dringenden Notfällen

Hohe Sicherheitsmaßnahmen bei Tierärzten im Land und im Tierschutzhaus wegen der Corona-Pandemie

von Claudia Koglbauer-Schöll, Roland Pittner

„Wir kümmern uns im Moment nur um Notfälle, die Praxis ist sehr eingeschränkt“, sagt Thomas Neudecker. Der Tierarzt ordiniert in Oberwart und ist Präsident der Tierärztekammer Burgenland. Mit Mundschutz und Sicherheitsabstand werden derzeit Hund und Katz’ behandelt. „Es ist schon eine belastende Situation“, sagt Neudecker. Er arbeitet im Wechsel mit seiner Ordinationspartnerin, damit im Falle einer Infektion zumindest ein Veterinär weiterarbeiten kann. Im ganzen Land mussten sich die Tierärzte auf die neue Situation einstellen. Es gelten dieser Tage strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen.

Tierklinik Mattersburg

In der Tierambulanz Mattersburg etwa erfolgt eine Behandlung derzeit nur nach vorheriger Terminvereinbarung, sagt die Leiterin der Einrichtung, Katrin Kucera. Gäbe es dennoch Wartezeiten, werden die Tierbesitzer ersucht, im Auto auf dem Parkplatz zu warten. Tierhalter sollten nach Möglichkeit allein mit ihrem Schützling in die Ambulanz kommen. „Bei uns ist schon etwas weniger los. Es gibt zwar immer etwas zu tun, aber die Leute kommen derzeit nicht wegen jeder Kleinigkeit“, schildert die Veterinärmedizinerin.

Notfälle

„Routineuntersuchungen oder Impfungen führen wir derzeit nicht durch“, sagt Neudecker. Auch Operationen werden nur in dringenden Fällen durchgeführt. Bei den Ausfahrten zu Landwirten werden strenge Sicherheitsvorkehrungen eingehalten. „Die Landwirte sollten die Tiere schon vorbereitet haben, und auch hier gilt, dass wir nur ausfahren, wenn es ein Notfall ist“, sagt der Veterinär.

Den Tierärzten im Land fehle es auch am nötigen Corona-Schutz, wie Neudecker sagt: „Wir haben keine Masken vom Ministerium bekommen und mussten uns vorerst selbst damit ausstatten. In den nächsten Tagen erwarten wir eine Lieferung von der Tierärztekammer.“ Auch finanziell sei die Situation für die Veterinärmediziner schwierig. „Es gibt Kollegen, die haben Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter angemeldet oder mussten Kündigungen aussprechen“, weiß der Tierärztekammer-Präsident. Der eingeschränkte Betrieb bedeute für alle Veterinäre finanziellen Einbußen. „Die Fixkosten bleiben uns, auch wenn die Patienten ausbleiben. Wir haben jetzt vorerst die Kredite der Ordination ausgesetzt“, sagt Neudecker. Seine Mitarbeiter sind derzeit noch alle im Einsatz, um den kranken Tiere zu helfen.

Tierschutzhaus

Für Besucher geschlossen ist nach wie vor das Landestierschutzhaus Sonnenhof in Eisenstadt. Freiwillige würden die Hunde derzeit zum Spaziergang oder zum Trainieren abholen. „Damit den Tieren nicht die Decke auf den Kopf fällt“, sagt Sonnenhof-Leiter Wolfgang Böck. Die Übergabe der Hunde erfolge durch ein kontaktloses System mittels Schleuse, damit sich Mitarbeiter und Freiwillige nicht infizieren können.

Sonst sei eigentlich fast alles wie immer, sagt Böck. Die Nachfrage nach den Tieren – im Sonnenhof werden Hund und Katz nach wie vor vermittelt – sei etwas zurückgegangen, aber nicht in großem Ausmaß.

Obwohl die Grenzen in die Nachbarländer so gut wie dicht seien, würden dennoch vereinzelt Tiere geschmuggelt, erklärt Veterinärmediziner Böck. Die Hunde kommen aus Ungarn und sollten in Österreich verkauft werden. Nach Beschlagnahmen durch die Behörden – etwa nach polizeilichen Kontrollen – würden immer wieder einmal Hunde im Sonnenhof landen.

Auch wenn es derzeit keine sogenannten Kofferraum-Verkäufe gebe, wo die Tiere an der Grenze zu Billigpreisen aus dem Auto heraus verscherbelt werden, könnte sich das aufgrund der derzeit tristen wirtschaftlichen Situation in den Nachbarländern bald ändern, befürchtet Böck.

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