Chronik | Burgenland
14.12.2017

Test vor dem Test wirkt: Fast jeder Dritte schafft Sprung auf Med-Uni

40.000 Euro zahlt das Land, um junge Burgenländer für den Aufnahmetest zu trainieren.

Im Burgenland ist der Ärztemangel im niedergelassenen Bereich absehbar: 60 Prozent der rund 145 praktischen Ärzte gehen bis 2025 in Pension, bis dahin müssen jährlich zehn Hausarztpraxen neu besetzt werden. Das sei "machbar", ist Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ) überzeugt. Für Medizinernachwuchs sorgen sollen auch Vorbereitungskurse für das Aufnahmeverfahren an den Medizin-Unis in Wien, Graz, Linz und Innsbruck.

Nach einem Urteil des EU-Gerichtshofs zum Uni-Zugang, der vor gut zehn Jahren einen Run deutscher Studienwerber auf heimische Unis bewirkte, beschloss der Nationalrat eine Quote. 75 Prozent der Studienplätze (2017: 1621 an allen Medizin-Unis) sind für Inländer reserviert, 20 Prozent für andere EU-Länder und fünf Prozent für Angehörige von Drittstaaten. Vergeben werden die Plätze nach einem neunstündigen Test, heuer gab es 12.760 Teilnehmer.

Kostenloser Vortest

Neben einem Vorbereitungskurs am Gymnasium Oberpullendorf hat heuer erstmals auch die Fachhochschule Burgenland im Auftrag des Gesundheitsfonds einen dreitägigen Test vor dem Test angeboten. Von 70 Teilnehmern (etwa die Hälfte aller burgenländischen Interessenten für ein Medizinstudium) habe dann im Juli "fast jeder Dritte" den eigentlichen Test an einer Uni bestanden, sagte Erwin Gollner, FH-Departmentleiter Gesundheit, am Mittwoch in Eisenstadt. Die 40.000 Euro, die der Kurs dem Land kostet, seien gut investiert, so Darabos. Zum Vergleich: An der Wiener Med-Uni wurden bei mehr als 8000 Bewerbern 740 Studienplätze vergeben, also nicht einmal jeder Zehnte hat es geschafft.

Auch 2018 werde es den Vorbereitungskurs in der Karwoche wieder geben, kündigte Projektkoordinatorin Barbara Szabo an (Anmeldung auf der FH-Homepage). Bis 24. Februar läuft die Anmeldefrist. Man orientiere sich inhaltlich am realen Test, entscheidend sei die abschließende Testsimulation.

Das würde wohl auch ein junger Nordburgenländer unterschreiben. Er hat rund 2000 Euro in einen ganzjährigen Kurs eines privaten Anbieters investiert, am Ende war er von 8000 Prüflingen in Wien unter den besten 800, ganz gereicht hat es nicht. Die Wissensfragen seien nicht das Problem, eher der Zeitdruck bei einzelnen Aufgaben, etwa zur Merkfähigkeit. Dennoch: Nächstes Jahr will er‘s noch einmal versuchen – ohne Kurs in der Karwoche.