Stinkefinger Bild wirbelt weiter Staub auf

Christopher Imrek, Faustschlag, Mähdrescher, Oberw…
Foto: /Roland Pittner Bei Landwirt Christopher Imrek haben sich ein Kind und die Eltern aus Oberwart bereits entschuldigt

Kinder zeigten Bauern auf Mähdrescher rüde Geste: Bedauern und Entschuldigung.

Ein auf Facebook gepostetes Foto von Kindern, die einem Landwirt den Stinkefinger zeigen, sowie ein damit verbundener, handgreiflicher Konflikt zwischen dem Bauern und ATV-Mann Günther Nussbaum sorgen weiter für Aufregung. Die Mutter eines der Kinder, die am Sonntag in Oberwart eine Party feierten, meldete sich am Freitag beim KURIER: "Mit dem Foto habe ich nichts zu tun. Bis zu diesem Tag, kannte mein Sohn diese Geste gar nicht", erklärt sie. Die Kinder seien von Gästen der Kinderparty dazu angestiftet worden.

Günther Nussbaum, ATV-Pfusch-am-Bau-Protagonist, war ebenfalls Gast bei der Familie und fotografierte das "gestellte Foto", wie er erklärte. Dann postete er das Bild auf seiner Facebook-Seite mit dem Kommentar: "Anarchie in Oberwart, Mähen am Sonntag ok? Wehe dem der die Fenster offen hat..."

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Abseits vom Bild, gab es auch eine Strafanzeige gegen Nussbaum. Er soll Landwirt Christopher Imrek, der am Nachbargrundstück mit dem Mähdrescher unterwegs war, ins Gesicht geschlagen haben. Vorausgegangen war ein Streit, weil die Kinder mit einem Gartenschlauch das Getreide angespritzt hatten. Nussbaum bestätigt eine "Watschn", Imrek soll aber auf eines der Kinder zugestürmt sein und Nussbaum, als er dazwischen ging, bei einem Wortgefecht ins Gesicht gespuckt haben. Der Landwirt wiederum sagt, er habe ihn nach dem Schlag angespuckt und dem Kind nur gesagt, es soll aufhören mit dem Schlauch zu spritzen. Die Polizei ermittelt in der Sache.

Bild gelöscht

Kurze Zeit nach dem Vorfall löschte Nussbaum das Bild, doch das Foto hat sich im Netz verselbstständigt und ist auf verschiedenen Internetseiten zu sehen. Es wurde mehr als 40.000-mal geteilt. "Als ich das Foto im Internet gesehen hab’, dachte ich, mich trifft der Schlag", sagt die Mutter. Während der Feier hätte sie von dem Fotografieren und der Geste nichts bemerkt, weil sie kurz im Haus war, um wegzuräumen.

Nun erhielt sie anonyme Briefe und Anrufe, "es ist ein Shitstorm über uns hereingebrochen", sagt die Frau. "Ich habe das Foto nicht gemacht, keine Zustimmung gegeben und ich finde es auch nicht gut", stellt sie klar. Ihr Sohn hätte sich bereits bei Imrek entschuldigt. "Obwohl er etwas gemacht hat, wozu er von Erwachsenen angestiftet worden ist." Sie und ihre Familie hätten ein gutes Einvernehmen mit Imrek. "Wir hatten auch nichts dagegen, als er geerntet hat." Nussbaum will mit seinem Anwalt das besagte Foto aus dem Netz entfernen lassen.

Die Diskussionen rund um den Vorfall gehen unterdessen weiter. Die Kommentare im Internet überschlagen sich. Erntearbeiten mit dem Mähdrescher seien jederzeit erlaubt, der Landwirt habe korrekt gehandelt, heißt es von der Landwirtschaftskammer Burgenland. Vereinzelt komme es immer wieder zu Konflikten, "leider", sagt Landwirtschaftskammer Direktor Otto Prieler.

(kurier) Erstellt am
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