© Orovits Thomas

Chronik Burgenland
10/13/2020

Starkoch Max Stiegl als Testimonial des roten Mindestlohns

Von den 14 Mitarbeitern in Stiegls Gut Purbach haben neun bisher weniger als 1.700 Euro netto verdient; seit 1. Oktober gilt der von der roten Regierung forcierte Mindestlohn für alle Stiegl-Mitarbeiter

von Thomas Orovits

Im Landesdienst und bei der landeseigenen Krankenanstaltengesellschaft gilt der Mindestlohn von 1.700 Euro netto bereits, seit 1. August auch bei der SPÖ Burgenland. "866 Menschen haben bisher vom Mindestlohn profitiert", vermeldete SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst am Dienstag. Ab 1. Jänner 2021 folgen die Thermen des Landes, auch in den Gemeinden möchte die rote Alleinregierung das zentrale Versprechen der letzten Landtagswahl durchsetzen. Aber ein Evergreen wird der Wahlkampfschlager erst, wenn sich der Mindestlohn auch in der Privatwirtschaft und außerhalb des Burgenlandes durchsetzt.

Seit 1. Oktober zahlt auch Starkoch Max Stiegl, der in Purbach das gleichnamige "Gut" betreibt, zumindest 1.700 Euro netto. Neun seiner 14 Mitarbeiter aus aller Herren Länder haben bisher weniger verdient. "Es wird mühsam", räumte Stiegl in der roten Parteizentrale in Eisenstadt ein, aber sein "Mini-Betrieb" werde das aushalten. Er habe trotz Corona keinen Mitarbeiter entlassen und denke auch jetzt nicht daran. Die höheren Löhne sollten auch einen Beitrag leisten, leichter Personal für die Gastronomie zu bekommen. Denn selbst Koch-Großmeister Stiegl, bei dem Prominente wie Dominic Thiem einkehren, kriegt "fast keine Mitarbeiter mehr". Vor allem das Arbeiten am Abend und an Wochenenden würde viele abschrecken, glaubt Stiegl, der sich zudem eine Senkung der Lohnnebenkosten wünscht. Wie das finanziert werden soll? Da hat Parteimanager Fürst einen anderen roten Dauerbrenner im Köcher: Vermögen ab einer Million Euro sollten besteuert werden.

Seinen Gästen will Stiegl übrigens den Mindestlohn für seine Mitarbeiter nicht aufbürden: "Die Preise haben wir nicht erhöht". Was zahlt man im Gut Purbach? Ein Kalbsbeuschel (Lunge & Herz) und Baguetteknödel gibt`s um 29 Euro, der Rostbraten von der alten Kuh samt Erdäpfel-Kren-Püree und Spitzkraut kostet 39 Euro.

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