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Gemüsebau
10/01/2019

St.Andrä: Hauch von Asien im Seewinkel

Das milde Klima lässt in der pannonischen Tiefebene exotische Pflanzen gedeihen.

von Claudia Koglbauer-Schöll

In der wievielten Generation die Familie den Gemüseanbau in St. Andrä im Seewinkel betreibt, kann Gerald Kern gar nicht sagen. „Seit dem 17. Jahrhundert hat es hier immer wieder Ackerbau gegeben“, erklärt der Landwirt.

Vor zwei Jahren jedenfalls haben er und seine Frau Claudia den Betrieb von ihren Eltern übernommen. Nicht nur altes „traditionelles“ Gemüse wie Erdäpfel, Paprika und Radieschen wird angebaut, sondern auch neues, exotisches.

Morgen, Mittwoch, werden die Kerns – nach dem Experimentstart im Vorjahr – Ingwer ernten.

Klimawandel

„Wir wollten das schon immer mit dem Ingwer probieren“, sagt Gerald Kern. Doch das Auftreiben des Saatgutes sei anfangs nicht so einfach gewesen. Im Vorjahr wurde die Pflanze erstmals auf etwa 400 im Folientunnel sowie auf rund 2.800 Freilandfläche angebaut. Insgesamt knapp 15.000 Exemplare.

Der Klimawandel mit den milden Temperaturen und die vielen Sonnenstunden in der pannonischen Tiefebene bieten offensichtlich gute Voraussetzungen für das Wachstum der eigentlich typisch asiatischen Gewürz- und Heilpflanze.

„Nach einem Jahr kann ich sagen, dass sich der Ingwer im geschützten Anbau besser entwickelt.“

Im Frühling wird die Mutterknolle in die Erde gesteckt, die dann austreibt und aussieht wie eine buschige Zierpflanze. In den kommenden Tagen werden die kleinen, weißen Knollen geerntet. Der Arbeitsaufwand ist zeitintensiv.

„Der Ingwer kommt bei uns frisch auf den Markt.“ Im Gegensatz zu jenen Knollen, die meist in heimischen Regalen zu finden sind. „Der Ingwer aus China hat eine lange Reise hinter sich. Da ist die Schale oft holzig.“

Übernommen und vermarktet wird die „scharfe Ernte“ aus St. Andrä von der Seewinkler Sonnengemüse Ges.m.b.H in Wallern. „Nach der enormen Nachfrage im Vorjahr können wir diesen Herbst den Konsumenten schon etwas mehr Ingwer anbieten“, sagt Josef Peck, Geschäftsführer von Sonnengemüse und Vorstand der LGV-Frischgemüse, zufrieden.

Beim Haubenkoch

Auch bei Familie Kern darf der Ingwer nicht in der Küche fehlen. „Zum Teemachen alleine ist er aber zu schade, wir verkochen ihn auch.“ Haubenkoch Christian Domschitz ist vom burgenländischen Ingwer begeistert: Er verwendet ihn zum Würzen von Gemüse und Salaten ebenso wie für Desserts.

Der pannonische Ingwer ist ab 7. Oktober in Supermärkten in Wien, NÖ und im Burgenland erhältlich.

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