Abriss des Stadtcafés: Ende einer Institution
Am Areal planen Diakonie und OSG ein Projekt mit Wohnungen und sozialen Angeboten.
Von Vanessa Halla
Über Jahrzehnte war das Stadtcafé Oberwart von Elfi und Gusti Gamauf weit mehr als ein Kaffeehaus. Es war Treffpunkt, Wohnzimmer und Ort unzähliger Begegnungen. Bereits im März 2022 schloss die Institution in der Stadt ihre Pforten, mit November 2024 stand das Geschäftsgebäude an der Hauptstraße schließlich leer.
Nun rollen die Bagger an: Die Abrissarbeiten sind im ehemaligen Stadtcafé bereits in vollem Gange. Mit dem Verschwinden des Gebäudes endet für viele Oberwarterinnen und Oberwarter ein Stück Stadtgeschichte. Gleichzeitig entsteht auf dem Areal ein neues Projekt, das der Innenstadt neue Impulse geben soll.
Neue Pläne nach Abriss
„Das Haus selbst war nicht mehr zu retten“, bringt es Sieglinde Pfänder, Pfarrerin und Rektorin der Diakonie, auf den Punkt. Die Diakonie hatte das Areal bereits vor zwei Jahren erworben. Pfänder: „Das Gebäude war schon beim Kauf in einem äußerst schlechten Zustand. Es litt unter den Folgen eines Wasserschadens und ,miachtelte‘ in allen Ecken. Natürlich geht mit dem Abriss räumlich ein Stück Oberwarter Geschichte zu Ende. Aber das Haus selbst war nicht zukunftsfähig.“
Gemeinsam mit der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) wird nun an einem neuen Konzept gearbeitet, das Mitte September präsentiert werden soll. Geplant sind unter anderem verschiedene diakonische Arbeitsfelder, die die Innenstadt beleben sollen. Das Areal für das neue Projekt reicht bis zum evangelischen Pfarrgarten. Architekt Martin Schwartz zeichnet für die Planung verantwortlich. „Wir versuchen, ein Stück Stadtgeschichte neu zu gestalten und mitzuschreiben“, so Pfänder.
Auch OSG-Obmann Alfred Kollar blickt optimistisch auf das Vorhaben. Die Zusammenarbeit mit der Diakonie funktioniere seit vielen Jahren hervorragend. Die Ideen kämen von der Diakonie, die OSG bringe ihre Erfahrung als Wohnbauträger ein. Auf dem Areal sollen auch Wohnungen entstehen, der Großteil davon für spezielle Gruppen von Mieterinnen und Mietern. Kollar: „Wir schaffen zielgruppenorientierte Wohnungen – von kleinen und Kleinstwohnungen mit inklusivem, integriertem Charakter bis hin zu klassischen Wohnformen. So entsteht ein vielfältiges Wohnangebot, das unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht wird.“
Für Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner war ein Ankauf des Gebäudes durch die Stadt kein Thema. „Natürlich hat man darüber gesprochen, aber konkrete Kaufabsichten der Gemeinde hat es nicht gegeben.“
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