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Maschinenring-Chef: „Wir müssen umdenken“

Nach Ernteausfällen durch Hitze fordert Hans Peter Werderitsch neue Anbauformen und trockenheitsresistente Kulturen.
Mann in hellblauem Hemd steht neben großem Fendt-Traktor auf einem Hof.

Von Gernot Heigl

Auch die jüngsten Regenfälle ändern nichts daran, dass die burgenländischen Bauern wegen der heurigen Hitzeperioden Ernteausfälle von mehr als 30 Prozent befürchten. Um die Erträge künftig wieder steigern zu können, ist laut Hans Peter Werderitsch, Vorstandsvorsitzender des Maschinenrings, ein Umdenken in der heimischen Landwirtschaft notwendig.

Der Südburgenländer geht davon aus, dass es auch in den kommenden Jahren zu Trockenperioden und daraus resultierenden Dürren kommen wird. „Deshalb müssen wir wohl oder übel unser Anbauverhalten ändern, um die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln gewährleisten zu können. Eine Möglichkeit ist der Umstieg auf wassersparende Getreidesorten.“

Auch die Beschattung der Felder durch eine dauerhafte Begrünung sei eine Option sagt Werderitsch (60). Der Landwirt vertritt rund 3.000 Bauern, die Mitglieder der Maschinenring-Niederlassungen in Oberwart, Neusiedl, Eisenstadt, Markt St. Martin und Güssing sind. Insgesamt bewirtschaften die burgenländischen Landwirte  rund 52.000 Hektar.

Anpassungen an die zunehmenden Wetterextreme werden jedoch in allen Bundesländern notwendig sein, ist Werderitsch überzeugt. Als österreichweiter Vorstandsvorsitzender vertritt er eine Organisation mit rund 70.000 bäuerlichen Mitgliedern. Betreut werden diese in den 70 als Vereine beziehungsweise Genossenschaften geführten Maschinenring-Büros von insgesamt rund 1.000 Mitarbeitern.

„Das ist keine Fantasie“

Die ursprüngliche Idee der vor 70 Jahren gegründeten Selbsthilfeorganisation für Landwirte war die gemeinsame und damit kostengünstige Nutzung von Maschinen und Arbeitskräften. Mittlerweile wurde das Tätigkeitsfeld um zahlreiche Dienstleistungen erweitert. Dazu zählen unter anderem Winterdienst, Grün- und Baumpflege, Reinigung sowie Personalleasing.

Hans Peter Werderitsch aus Welgersdorf im Bezirk Oberwart ist seit 2024 auch Präsident des Maschinenring-Weltverbandes, dem insgesamt 430.000 Mitglieder angehören und der einen Jahresumsatz von zwei Milliarden Euro erzielt. In dieser Funktion engagiert er sich besonders für ein Projekt im westafrikanischen Senegal.

Ein Pferd zieht einen beladenen Wagen mit Säcken, daneben steht ein Motorradfahrer auf einem Feldweg.

Projekte wie im Senegal gegen den Hunger auf der Welt.

„Für die Gründung von Maschinenring-Zweigstellen stellen wir 15.000 Euro zur Verfügung. Mit dem Geld können moderne Reisschälmaschinen und Getreidemühlen angeschafft werden. Diese werden an die inzwischen bereits 70.000 Mitglieder gegen eine geringe Gebühr verliehen“, schildert Werderitsch. „Die Geräte ersetzen die mühevolle Handarbeit. Das ist eine Win-win-Situation. Das funktioniert so gut, dass wir mittlerweile auch in Kenia, Ruanda, Nigeria und Ghana aktiv sind.“ 

Aus den einzelnen Projekten soll langfristig ein international wirksames Netzwerk entstehen, das die landwirtschaftliche Produktion in den beteiligten Ländern nachhaltig stärkt. „Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2045 den Hunger auf der Welt um 50 Prozent zu reduzieren. Das ist keine Fantasie, sondern definitiv zu schaffen“, ist Hans Peter Werderitsch überzeugt. „Mit unserem Know-how sorgen wir vor Ort für Produktionssteigerungen und kurbeln gleichzeitig die Lebensmittelerzeugung in den Ländern an.“

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