Getreideernte: Trockenheit und Hitze drücken die Erträge
Der Ertrag fällt heuer um bis zu 20 Prozent niedriger aus.
Die Getreideernte fällt heuer deutlich schlechter aus als im Vorjahr. Österreichweit werden laut Landwirtschaftskammer nur rund 2,7 Millionen Tonnen Getreide ohne Mais erwartet – ein Minus von 15 Prozent. Besonders stark betroffen ist der Osten, wo Trockenheit und Hitze die Erträge zusätzlich drücken.
„Derzeit wird bundesweit – mit lediglich 2,7 Millionen Tonnen, beziehungsweise einem Minus von 15 Prozent – eine deutlich geringere Getreide-Erntemenge als im Vorjahr erwartet“, sagte Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger bei einem Pressegespräch, das vergangene Woche in Deutschkreutz (Bezirk Oberpullendorf) stattfand.
Dass die Ernte nicht noch schlechter ausfalle, sei „mit Sicherheit der Professionalität der Ackerbäuerinnen und -bauern sowie den modernen Sorten zu verdanken“.
Entscheidende Phase
Nach einem trockenen Winter und Frühjahr setzt nun die extreme Hitze den Kulturen in der entscheidenden Kornfüllungsphase zu. „Die Ernteerwartungen sind bereits früh unterdurchschnittlich ausgefallen und werden angesichts der aktuellen Höchsttemperaturen von Tag zu Tag geringer“, so Moosbrugger.
Im Burgenland fallen die Einbußen laut Landwirtschaftskammer (LK) besonders hoch aus. „Bei Winterweizen zum Beispiel geht man aktuell von durchschnittlich bis zu 20 Prozent weniger Ertrag pro Hektar aus, während die Schätzungen im Burgenland sogar noch weiter darunter liegen“, erklärte LK-Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich. Je nach Bodenbeschaffenheit gebe es allerdings große regionale Unterschiede: Auf sandigen Böden hätten die Pflanzen besonders früh unter Wassermangel gelitten, während schwerere Böden die Trockenheit etwas besser ausgleichen konnten.
Neben der Witterung belasten auch niedrige Erzeugerpreise, hohe Produktionskosten und EU-Vorgaben die Betriebe. Infolge dessen ist die Getreideanbaufläche laut LK erstmals auf unter 500.000 Hektar gesunken.
„Historisch niedrige Getreidefläche“
LK-Präsident Moosbrugger warnt: „Die historisch niedrige Getreidefläche sollte allen zu denken geben.“ Berlakovich forderte eine ausreichend finanzierte EU-Agrarpolitik, weniger Bürokratie und mehr zugelassene Pflanzenschutzmittel: „Infolge des massiven Verlusts an Wirkstoffen in den vergangenen Jahren und der Tatsache, dass in Europa kaum neue zugelassen werden, muss endlich das Ruder herumgerissen werden – in Richtung Innovationen und Versorgungssicherheit.“
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