Stadt setzt auf rauchfreie Lokale

Eisenstädter Lokale freiwillig rauchfrei; Bgm Steiner (Mitte) mit Lokalbesitzern © Bild: Orovits Thomas

Bürgermeister Steiner lädt alle Gastronomen ein, bei Aktion mitzumachen.

Für gewöhnlich hat Eisenstadts Bürgermeister und ÖVP-Landesparteichef Thomas Steiner wenig an der türkis-blauen Bundesregierung auszusetzen. Aber dass die neue Regierung – vor allem auf Wunsch der FPÖ – das noch von Rot-Schwarz ab 1. Mai 2018 geplante absolute Rauchverbot gekippt hat, ist Steiner ein Dorn im Auge: "Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich das nicht für positiv halte und wäre dafür gewesen, die geplante Regelung umzusetzen".

Jetzt lässt Steiner, der selbst mit dem Rauchen aufhören will, Taten folgen. Unter dem Motto "Freiwillig rauchfrei in Eisenstadt" sollen möglichst viele der rund 80 registrierten Gastronomen in der Landeshauptstadt zum Mitmachen animiert werden. Ein Aufkleber am Lokal-Eingang gilt als Erkennungszeichen. Zum Start der Aktion am Dienstag konnte der Stadtchef schon 17 Nichtraucherlokale an Bord begrüßen, darunter "die Alm" von Michal Rabina. Für den Restaurantchef, der sein Lokal auf der Gloriette im Mai 2016 eröffnet hat, ist die generelle gastronomische Rauchfreiheit "nur noch eine Frage der Zeit". Er sehe nicht ein, "warum man ein gutes Essen in einem verrauchten Lokal einnehmen" solle, sagt Rabina. Gab’s negative Reaktionen von Gästen, die auf die Zigarette beim Essen nicht verzichten wollten? "Keine einzige".

Gratis-Werbung

Locken will die Stadtgemeinde die Gastronomen, indem diese im städtischen Amtsblatt und in den sozialen Medien beworben werden, außerdem wird jede Woche ein Gutschein über 50 Euro verlost, der jeweils in einem anderen rauchfreien Betrieb eingelöst werden kann.

Die Aktion läuft vorerst bis Ende des Jahres, dann werde man weitersehen, so Steiner. Nicht zuletzt aufgrund des von Österreichs Ärztekammer gestarteten Volksbegehrens für ein generelles Rauchverbot könnte es "sein, dass es zu Jahresende schon andere gesetzliche Regelungen" gebe, sagte Steiner. Soll heißen: Dann wäre die freiwillige Aktion gar nicht mehr notwendig.

Ob er sich bis dahin vorstellen könne, dass Eisenstadt mit der freiwilligen Rauchfreiheit Vorbild für andere Kommunen im Land werde? Bürgermeister Steiner: "Eisenstadt möchte in vielen Bereichen vorbildhaft wirken". Oberwart etwa kann der Aktion einiges abgewinnen. Er werde sich kundig machen, sagt Bürgermeister Georg Rosner zum KURIER.

( kurier.at ) Erstellt am 07.02.2018