Chronik | Burgenland
04/17/2019

So bereitet sich Burgenlands Motorrad-Polizei auf den Sommer vor

Motorradfahren will gelernt sein. Das gilt auch für die 30 burgenländischen Motorrad-Polizisten der Verkehrsabteilung.

Eine gezielte Vorbereitung auf die Motorrad-Saison sollte für jeden Zweiradfan zum guten Ton gehören. Die Verkehrsabteilung der Landespolizeidirektion geht mit gutem Beispiel voran und führt derzeit eine spezielle Aus- und Weiterbildung für die Motorradfahrer der Polizei in der Eisenstädter Martinskaserne durch.

Dabei gelten die Beamten als versierte Zweiradfahrer, legt doch jeder einzelne von ihnen in einem Jahr ungefähr jene Strecke zurück, für die ein durchschnittlicher Motorradfahrer zehn Jahre braucht. Dennoch ist das sogenannte „Warm up“ (auf deutsch: aufwärmen) fixer Bestandteil des Ausbildungsprogramms der Polizei.

„Unsere Motorradpolizisten sollen sich nach der langen Winterpause wieder an ihr Arbeitsgerät gewöhnen und ihr Können perfektionieren“, sagt Andreas Stipsits, Abteilungsleiter der Landesverkehrsabteilung. Dafür wurde ein eigener Parcours am Gelände der Martinskaserne aufgebaut. Das Beherrschen des Motorrads steht dabei an erster Stelle, neben Geschicklichkeitsübungen stehen auch Zielbremsungen und Ausweichmanöver auf dem Programm.

Dabei kommen auch sogenannte Trial-Motorräder zum Einsatz – allerdings nur zu Übungszwecken. „Mit diesen Fahrzeugen üben die Beamten die richtige Balance, das Zusammenspiel zwischen Gas und Kupplung sowie das Fahren in schwierigen Situationen“, sagt Chefinspektor Karl Eidenberger.

Bisher musste für diese Übungen auf Motorräder anderer Landesverkehrsabteilungen zurückgegriffen werden, seit diesem Jahr stehen der Landespolizeidirektion drei eigene Trial-Bikes zur Verfügung.  Von der Sinnhaftigkeit dieser Anschaffung überzeugte sich am Dienstag auch Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz.

Motorradfahrer leben gefährlich

Motorradfahrer gehören zu den am stärksten gefährdeten Verkehrsteilnehmern und sind in der Unfallstatistik überproportional hoch vertreten. 2016 wurden im Burgenland 81 Personen bei Motorradunfällen verletzt, drei Biker starben. 2017 gab es sogar 88 Verletzte und sieben Todesopfer zu beklagen, 2018 sank die Zahl der Todesopfer auf drei (Zahlen über verletzte Motorradfahrer im Burgenland liegen noch nicht vor).

Zum Start der Zweiradsaison werden die burgenländischen Motorrad-Polizisten verstärkt Präsenz zeigen, um so die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Auf neuralgischen Strecken, wie etwa der L213 zwischen Eisenstadt und Stotzing oder der B56 über den Geschriebenstein, wird es wieder Schwerpunktkontrollen geben.

Dieses Taktik war in den vergangenen Jahren durchaus erfolgreich: Im Vorjahr gab es auf den beliebten Zweirad-Strecken keinen einzigen tödlichen Unfall mit Motorrädern. „Sichtbare Präsenz und null Toleranz, damit die Raser den burgenländischen Straßen fernbleiben“, kündigt Stipsits an.

Land fördert Trainings für Motorradfahrer

Zur Vorbereitung auf die Motorradsaison werden unter dem Titel „Warm up“ von Autofahrerclubs und Fahrschulen Motorrad-Trainings angeboten. Diese Kurse sind für Motorradfahrer speziell  nach der Winterpause konzipiert. Daneben werden oft allgemeine Fahrsicherheitstrainings für Motorradfahrer und Wiedereinsteiger angeboten. Vom Verkehrsreferat des Landes Burgenland werden daher  im Frühjahr Trainingseinheiten für Motorradfahrer gefördert.

Voraussetzungen für eine Förderung sind ein entsprechender Führerschein und ein Hauptwohnsitz im Burgenland. Ein ganztägiges Fahrsicherheitstraining wird mit 50 Euro gefördert, ein halbtägiges Warm-up-Training mit 30 Euro und ein Individual-Coaching mit 20 Euro. Der Gutschein ist personenbezogen und nicht übertragbar, pro Kursteilnehmer wird nur ein Gutschein ausgegeben. Die Aktion ist bis 30. Juni befristet, bis dahin müssen die Motorradtrainings absolviert sein.