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Chronik Burgenland
12/03/2019

ÖVP-Gewerkschafter Hochegger will mehr Kurse für Polizeischüler

Bei Personalvertretungswahlen von Polizei, Heer, Lehrern holen schwarz-türkise Gewerkschafter die Absolute

von Thomas Orovits

Die burgenländischen Ergebnisse der Bundespersonalvertretungswahlen in der Vorwoche reihen sich fast nahtlos in die anderen Bundeswahlen (Nationalrat, EU-Parlament) des zu Ende gehenden Jahres ein: Rot verliert, Schwarz-Türkis gewinnt. Wahlsieger ist Andreas Hochegger, Landesvorsitzender der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG). Der Polizist aus Rust zieht auch in den Zentralausschuss auf Bundesebene ein. Er würde sich wünschen, dass dieser Trend auch bei der Landtagswahl im Jänner anhält, sagte der christliche Gewerkschafter zum KURIER.

Vergangene Woche durften 7.847 Bedienstete von Bundesstellen (Lehrer, Polizisten, Soldaten, Justizwache etc.) nach fünf Jahren wieder ihre Vertretung wählen. Die FCG legte über alle Berufsgruppen hinweg 1,1 Prozentpunkte zu und eroberte mit 50,2 Prozent die absolute Mehrheit. Die roten Gewerkschafter (FSG) verloren 3,4 Prozentpunkte und erreichten 41,9 Prozent. Die blaue AUF legte leicht auf 6,3 Prozent zu. Unabhängige und Grüne: 1,1 Prozent.

Ein Blick auf Details: Bei der Polizei wurden Türkis und Blau gestärkt. Der FCG brachte ein Plus von 7,1 Prozentpunkten eine absolute Mehrheit (56,8 Prozent), die AUF legte auf 16 Prozent zu. Die FSG mit Dietmar Misik stürzte um 10,2 Prozentpunkte auf 27,2 Prozent ab. In FSG-Kreisen wird über personelle Alternativen nachgedacht.

Auch wenn zwischen Schwarz-Türkis und Rot nun Welten liegen, wolle er weiter zusammenarbeiten, betonte FCG-Chef Hochegger: „Ich habe keine Rachegelüste“. Er ist überzeugt, dass der Einsatz der Christgewerkschafter für die Anliegen der Polizisten Fundament des Sieges war. Seine Forderung an den Landespolizeidirektor und das Innenministerium: Um den Personalstand von rund 1.700 Bediensteten angesichts der Pensionierungen zu halten, bräuchte es jährlich drei Kurse für den polizeilichen Nachwuchs mit insgesamt rund 90 Teilnehmern.

Im roten Lager rätselt man über die Ursachen des Debakels. Eine Erklärung: Unter den 200 zusätzlichen Wahlberechtigten seien viele in der Zeit des blauen und zuvor des türkisen Innenministers ins Burgenland versetzt worden – und hätten sich bei der Wahl „bedankt“.

Viel lieber verweist man bei der FSG auf die Lehrer: Die Pflichtschullehrer sind mit 64,6 Prozent eine rote Domäne; in der Vorwoche überholte man die FCG auch bei Berufsschullehrern. AHS und BHS bleiben fest in FCG-Hand, trotz Verlusten in der AHS.

Weil neben Bundespersonalvertretungswahlen auch Wahlen auf Landesebene (Landhaus, Krages etc.) den Landesvorstand der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) bestimmen und die FSG im Land stärker ist, ändert sich durch den FCG-Triumph der Vorwoche nichts: GÖD-Chef bleibt Heinz Kulovits (FSG), Vize Rudolf Hover (FSG) und Hochegger (FCG). Im Land wird 2023 wieder gewählt.