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Pflege zu Hause: "Eigentlich ist jeder Tag Vatertag"

Pflege zu Hause im Burgenland: Eine Tochter betreut ihren Vater und ist beim Land angestellt.
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Für Michaela Fischer aus Siegendorf steht der morgige 14. Juni im Zeichen ihres Vaters. Eigentlich aber nicht nur dieser Tag. Die 42-Jährige betreut den 77-Jährigen seit mehreren Jahren in dessen Zuhause in St. Margarethen. „Es ist nicht nur der Vatertag, sondern eigentlich jeder Tag, an dem ich für ihn da bin“, sagt Fischer.

Die Pflege sei aus einer familiären Verpflichtung heraus gewachsen. Lange Zeit habe sie ihren Alltag stark geprägt. Neben einem Vollzeitjob kümmerte sich Fischer zusätzlich um die Pflege ihrer Eltern. Auf Dauer sei das kaum zu bewältigen gewesen.

2019 entschied sie sich für das burgenländische Anstellungsmodell für pflegende Angehörige der Sozialen Dienste Burgenland. Seither ist Fischer offiziell angestellt, inklusiver sozialer und finanzieller Absicherung. „Dank des Anstellungsmodells kann ich mich um meinen Vater kümmern und weiß, dass ich abgesichert bin. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt sie.

Die Pflege im Alltag

Der Alltag mit ihrem Vater besteht aus vielen kleinen Routinen. Gemeinsam hören sie Musik, gehen alte CDs durch oder kochen Lieblingsgerichte. „Das sind oft einfache Dinge, aber genau diese Momente bleiben“, erzählt Fischer.

Im Burgenland nutzen derzeit rund 400 Personen das Anstellungsmodell, darunter rund 15 Vertrauenspersonen. Seit dem Start 2019 haben es knapp 800 Menschen in Anspruch genommen. Es ermöglicht die Betreuung zu Hause bei gleichzeitiger Anstellung, sozialer Absicherung sowie Zugang zu Pension, Urlaub und einer kostenlosen Grundausbildung im Pflegebereich. Ab Pflegestufe fünf bei Vollzeit greift im Anstellungsmodell der burgenländische Mindestlohn (3.325 Euro brutto/2.354 Euro netto monatlich). Aktuell betrifft das 155 Personen im Modell.

Der Bedarf ist groß: Rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden zu Hause von Angehörigen betreut. Laut einer Studie von Gesundheit Österreich wollen 98,5 Prozent der Betroffenen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben.

Ergänzt werden soll die Pflegepolitik durch das Pflegestützpunktmodell, das derzeit flächendeckend ausgerollt wird. Damit soll der „Mittelbau“ der Pflege wohnortnah, leistbar und qualitativ hochwertig abgesichert werden.

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