Burgenland: Erst acht von 71 Pflegestützpunkten fertiggestellt

Neues Pflegemodell im Burgenland ist gestartet: Einige Klienten und Mitarbeiter wechselten Anbieter.
Ein weißer Seat Ibiza mit einem Aufkleber von „Burgenland Pflege & Soziales“ auf der Heckscheibe.

Im Burgenland ist am Mittwoch das neue Pflegemodell mit 28 Pflegeregionen und 71 Pflegestützpunkten angelaufen. In jeder Region übernimmt ab sofort eine Organisation die gesamte nicht-stationäre Versorgung von der mobilen Pflege über die Tagesbetreuung bis hin zu betreutem Wohnen und Pflege- und Sozialberatung.

Bei der Errichtung der Stützpunkte kam es jedoch zu Verzögerungen, wie die APA berichtet: Erst acht sind fertig, bis Ende 2026 sollen 15 in Betrieb sein.

Sechs Pflegestützpunkte im April

Zwei Pflegestützpunkte sind schon länger offen, sechs weitere folgen im April, teilte Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) in einer Aussendung mit. Bis spätestens 2029 soll an allen 71 Standorten zumindest der Baustart erfolgt sein. Mit der Umstellung soll eine wohnortnahe Versorgung mit klaren Zuständigkeiten gewährleistet werden. Geregelt ist auch, dass Pflege künftig gemeinnützig sein muss, um Landesmittel zu erhalten. Es dürfe kein Gewinn damit erwirtschaftet werden, hielt Schneemann fest.

Für die Pflegeorganisationen war der Wechsel ins neue System eine große Umstellung, betonte man beim Hilfswerk, das sechs Regionen in den Bezirken Neusiedl am See, Eisenstadt-Umgebung, Oberpullendorf und Oberwart übernimmt. "Wir mussten Klientinnen und Klienten an andere Organisationen abgeben, aber auch Klientinnen und Klienten von anderen Organisationen übernehmen", erläuterte der Hilfswerk-Präsident und Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz.

Verschiebung bei Personal

Das Personal habe man zum Großteil halten können. Regional habe es ein paar Verschiebungen gegeben, weil Mitarbeiter in den Regionen, in denen andere Organisationen den Zuschlag erhielten, teilweise zu diesen wechselten, um in der Region bleiben zu können, erläuterte Pflegedienstleiterin Denise Werner. Auf diese Weise habe das Hilfswerk aber gleichzeitig auch neue Mitarbeiter in seinen Regionen dazubekommen.

Von den Stützpunkten, die künftig vom Hilfswerk betrieben werden, ist noch keiner fertig. Der erste soll heuer im vierten Quartal in Mannersdorf an der Rabnitz (Bezirk Oberpullendorf) in Betrieb gehen, sagte Geschäftsführer Nikolaus Scharmer. Weitere sollen Ende 2027 folgen. 

Angebot muss bei Bevölkerung ankommen

Dass diese erst nach und nach öffnen, mache ihn aber "nicht unglücklich", betonte Scharmers Geschäftsführer-Kollege Stefan Widder. Das neue Angebot müsse erst bei der Bevölkerung ankommen und in weiterer Folge auch angenommen werden. 71 neue Stützpunkte auf einen Schlag hätten wohl zu Leerständen geführt, meinte er. Die Pflegeheime sind von der Umstellung nicht betroffen.

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