71 Stützpunkte: Neue Pflege-Struktur startet im Burgenland
Mit 1. April beginnt im Burgenland die organisatorische Umstellung der Pflegeversorgung auf das neue Pflegestützpunkt-System. Pro Region soll künftig ein Träger für die gesamte mobile Pflege und Betreuung zuständig sein.
Im Rahmen eines Pressetermins besichtigten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Soziallandesrat Leonhard Schneemann (beide SPÖ) den neuen Pflegestützpunkt in Müllendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung). Gezeigt wurden unter anderem der Aktivraum und der sogenannte „Dorfplatz“.
Doskozil erklärte, Ziel sei es gewesen, „Pflegepolitik vom freien Markt zurück in die öffentliche Verantwortung zu holen“. Das Burgenland setze mit dem Pflegestützpunkt-System einen neuen Standard. Insgesamt sollen 71 Pflegestützpunkte ein flächendeckendes, gemeindenahes und leistbares Pflegenetz bilden, das langfristige Versorgungssicherheit bieten soll.
Mehrere Inbetriebnahmen in den kommenden Wochen
In den nächsten Wochen sollen mehrere Hauptpflegestützpunkte ihren Betrieb aufnehmen. Dazu zählen Müllendorf, Minihof-Liebau, Kobersdorf, Deutsch-Jahrndorf, Grafenschachen und Unterkohlstätten. Die Standorte Schattendorf und Stinatz sind bereits in Betrieb.
2026 werden laut Land Burgenland insgesamt 13 neue Pflegestützpunkte eröffnet - und zwar in folgenden Ortschaften:
- Kobersdorf
- Minihof-Liebau
- Unterkohlstätten
- Grafenschachen
- Deutsch Jahrndorf
- Müllendorf
- Gols
- Trausdorf
- Königsdorf
- Gerersdorf-Sulz / Rehgraben
- Mannersdorf an der Rabnitz
- Frauenkirchen
- Heiligenkreuz im Lafnitztal
In anderen Regionen erfolgt zunächst die Umstellung im Bereich der mobilen Pflege und Betreuung. Danach beginnt eine Interimsphase, bis der jeweilige Hauptpflegestützpunkt fertiggestellt ist.
Das Land ist künftig in 28 Pflegeregionen gegliedert. Diese umfassen jeweils 8.000 bis 12.000 Einwohner. Jeder Pflegestützpunkt bietet eine Tagesbetreuung für bis zu zwölf Personen sowie vier betreute Wohneinheiten. Außerdem wird die Pflege- und Sozialberatung integriert.
Ausbau bis 2029 geplant
Von den insgesamt 71 Pflegestützpunkten sind 28 Hauptstützpunkte und 43 Nebenstützpunkte vorgesehen. Bis spätestens 2029 soll bei allen Standorten zumindest der Baustart erfolgt sein. Der Ausbau soll schrittweise und regional abgestimmt erfolgen.
Beim Pressetermin in Müllendorf: Soziallandesrat Leonhard Schneemann, Volkshilfe-Burgenland-Präsidentin Verena Dunst, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Gemeindevorständin Rosemarie Harter, Müllendorfs Bürgermeister Werner Huf, Karin Csencsits, Pflegedienstleitung Volkshilfe Burgenland, und Waltraud Kölly-Schranz, Operative Leitung der Pflege- und Sozialberatung.
Die Pflegeversorgung wird künftig von sechs Trägerorganisationen übernommen. Die Volkshilfe Burgenland betreibt zehn Regionen, das Hilfswerk sechs. Caritas und Rotes Kreuz übernehmen jeweils vier Regionen. Die Soziale Dienste Burgenland GmbH und die Diakonie betreiben jeweils zwei Regionen.
Der neue Stützpunkt in Müllendorf umfasst neben Büroräumen auch einen Behandlungsraum, einen Aktivraum und einen Ruheraum. Im sogenannten „Dorfplatz“ sollen künftig Begegnungen stattfinden. Bürgermeister Werner Huf (SPÖ) verwies darauf, dass es in der Gemeinde weder ein Wirtshaus noch ein Kaffeehaus gebe.
„Hier soll Leben stattfinden. Die Türen sind immer offen, es gibt keine fixen Besuchszeiten. Die Leute sollen gern hier herkommen“, betonte Schneemann.
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