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Bewohner und Pflegekräfte sorgen sich um ihr Heim

Das Land will die finanzielle Grundlage des Seniorenheim Rudersdorf Ende Juli kündigen. Personal und Bewohner hoffen auf Lösung.
Modernes Gebäude mit großen Glasfronten, daneben ein Parkplatz mit mehreren Autos und umgeben von Bäumen bei sonnigem Wetter.

Von Gernot Heigl

Große Verunsicherung wegen des drohenden Jobverlusts und Sorge um die Bewohner prägen derzeit die Stimmung unter den 13 Angestellten im privat geführten Seniorenheim Rudersdorf (Bezirk Jennersdorf). Wie berichtet, will das Land Burgenland der Einrichtung die Tagsatzvereinbarung (vertragliche Kostenübernahme; Anm.) und damit die finanzielle Grundlage per 31. Juli kündigen.

Fielen die monatlichen Zahlungen von insgesamt rund 115.000 Euro netto aus, würde das nach derzeitigem Stand die Schließung der Pflegestätte bedeuten. Besonders dramatisch wäre das für die 18 Bewohner ab Pflegestufe 4 im Alter von 67 bis 100 Jahren. Sie müssten Rudersdorf verlassen und auf andere Heime verteilt werden. Das Land beteuert, für alle Betroffenen Lösungen zu finden. In Zusammenarbeit mit Angehörigen werden derzeit alternative Pflegeplätze organisiert.

„Keiner will weg“

Bei einem KURIER-Lokalaugenschein im „Seniorenhaus Petra Wagner“ in Rudersdorf zeigt sich Stationsleiterin Sabine B. (Name von der Redaktion geändert; Anm.) erschüttert: „Keiner unserer Bewohner will weg, daher ist die aktuelle Situation für unsere pflegebedürftigen Bewohner eine Tragödie. Immerhin sind manche schon seit rund zwölf Jahren bei uns. Jeder kennt jeden.“

Die Südburgenländerin beschreibt das freundliche Miteinander im Pflegeheim so: „Wir sind wie eine Familie in einem großen Wohnzimmer. Wenn man unseren Bewohnern nun ihr geliebtes Zuhause und ihr gewohntes Umfeld nimmt, entwurzelt man sie aus ihrem Lebensalltag.“

Kritik: Keine Information

„Ich verstehe nicht, wie man so etwas machen kann. Das haben die Menschen nicht verdient“, ergänzt die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, die auch diplomierte Sozialbetreuerin ist. „Man darf nicht vergessen, dass unsere Bewohner nicht mehr allein in einem Haushalt leben können. Nach ihrer notwendigen Übersiedlung zu uns ins Heim und der damit verbundenen Aufregung haben sie hier nicht nur Pflege, sondern auch wieder Ruhe gefunden.“ Diese „lebenswerte Routine und Stabilität“ werde ihnen durch ein aus ihrer Sicht unnötiges Umquartieren wieder genommen.

Besonders unverständlich ist für Sabine B., dass „unsere Bewohner, ihre Angehörigen und wir als Personal aus den Medien von der Kündigung der Tagsatzvereinbarung und einer möglichen Heimschließung erfahren haben. Das kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Beim Lesen dieser Nachricht ist mir vor Schreck mein Handy aus der Hand gefallen. Auch unsere Chefin hat im Vorfeld nichts von dieser Maßnahme gewusst und wurde ebenso überrascht.“

46-225909904

Das Heim muss vielleicht noch in diesem Sommer schließen.

Die Stationsleiterin weiter: „Bis heute hat es keiner der Landespolitiker für nötig befunden, mit den unmittelbar Betroffenen, also mit den Bewohnern und dem Personal, zu reden. Auch vom Rudersdorfer Bürgermeister gab es bei mir bis dato kein Nachfragen, wie es uns geht oder ob man helfen beziehungsweise uns irgendwie unterstützen kann.“ Trotz des Frusts über die fehlende Kommunikation sieht die Südburgenländerin in der Causa weiterhin einen Funken Hoffnung. „Laut unserer Chefin gab es bis jetzt zwischen den verantwortlichen Landespolitikern und ihr noch kein Gespräch, obwohl sie es versucht hat. Ich bin guter Dinge, dass es bis Ende Juli doch noch zu einer Lösung zum Wohl unserer Bewohner kommt und unser Heim weiter bestehen kann.“

Die Zuversicht der 45-jährigen Stationsleiterin beruht auch darauf, „dass bei einer Heimprüfung durch das Land im Mai 2025 im Wesentlichen alles in Ordnung war. Auch beim Verwaltungsaufwand und beim Personal inklusive Dienstplänen. Es gab keinerlei grobe Fehler und auch keine finanziellen Ungereimtheiten.“

Ergänzend fügt Sabine B. hinzu: „Bei einer weiteren Prüfung, die kurz nach Bekanntwerden der Kündigung der Tagsatzvereinbarung stattgefunden hat, gab es laut Niederschrift der Kontrolleure ebenfalls keine Vorwürfe oder Mängel bei der Pflege. Das ist eine Bestätigung für unsere gute Arbeit. Daher bleiben wir als Personal optimistisch und gehen nicht davon aus, dass wir alle am 1. August unverschuldet arbeitslos sein werden“, sagt die Südburgenländerin. „Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.“

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