© Andrea Roschek

Chronik Burgenland
09/03/2020

Pannonische Tafel: Seit Corona kommen immer mehr

Die Pannonische Tafel verlegt ihre Filiale von Oberpullendorf nach Stoob und erweitert das Angebot. Die Nachfrage wird immer größer.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Im Top 12, im früheren Einkaufszentrum (EKZ) in Stoob Süd (Bezirk Oberpullendorf) wurde in den vergangene Tagen gehämmert, gebohrt, geputzt und eingerichtet. Dutzende Stunden haben freiwilligen Helfer investiert, um das ehemalige Geschäftslokal auf Vordermann zu bringen.

Mit Erfolg. In den frisch adaptierten Räumlichkeiten gegenüber dem Baumarkt Obi wird heute, Donnerstag, die Pannonische Tafel – kurz PanTa genannt – ihren neuen Standort eröffnen. Durch den Umzug von der Hauptstraße in Oberpullendorf nach Stoob Süd wird auch das Angebot erweitert.

Der Bedarf steigt

Seit 13 Jahren bemühen sich die Mitarbeiter der PanTa, eine Brücke zwischen Mangel und Überfluss im Burgenland zu sein. Tonnen einwandfreier Lebensmittel, die sonst in der Mülltonne landen würden, verteilen die Helfer an jene, die zu wenig Geld für Nahrung und Kleidung zur Verfügung haben. Der Bedarf an den Angeboten der PanTa steigt, wie Obfrau Andrea Roschek betont. 515 Tonnen Lebensmittel haben die Ehrenamtlichen der Pannonischen Tafel an den Standorten in Eisenstadt und Oberpullendorf ausgegeben. „Heuer werden wir diese Zahl deutlich überschreiten“, sagt Roschek. Denn seit Beginn der Corona-Krise sei die Nachfrage nach Lebensmitteln, die gegen einen Unkostenbeitrag günstig angeboten werden, enorm gestiegen.

Eröffnung
am 3. September, ab 16 Uhr, Altes EKZ, Top 12
musikalische Acts von Eidaxl Combo, Brode & Contra, Heidi Klug und Digde Lounge.  Kulinarische Schmankerl aus aller Welt, ein Flohmarkt und eine Hüpfburg erwarten die Besucher

Spenden
Unterstützen kann man die  Tafel in Form eines ehrenamtlichen Engagements, einer  Lebensmittelspende oder mit Bargeld: Raiffeisenlandesbank Bgld, IBAN: AT37 3300 0000 0221 5523

„Die Kunden werden immer mehr, die Zahl geht seit Corona massiv in die Höhe.“ Nicht nur – wie bisher oft – Alleinerzeiherinnen und Pensionisten würden zum Klientel der PanTa zählen. „Es kommen immer mehr Menschen zu uns, die ihren Job verloren haben, krank sind oder in Depressionen verfallen. Es werden immer mehr Leute, die nie gedacht hätten, einmal bei uns Kunden zu sein.“

Dank der „guten Zusammenarbeit mit der gesamten Lebensmittelbranche“ könne man reichlich Ware im Geschäft anbieten. Doch auch abseits ökonomischer Knappheit versucht das Team der PanTa, die Lebensqualität ihrer Besucher zu verbessern. Dafür wurde in Stoob Süd – wie zuvor schon in der Landeshauptstadt – ein „Wohnzimmer“ eingerichtet. Diese Räume könne man gegen eine Spende nicht nur für Feiern mieten. „Hier können die Kunden auch sitzen, plaudern und einen Kaffee trinken, damit sie beim Food-Corner (Lebensmittelecke, Anm.) nicht Schlange stehen müssen.“ Aber auch das Death Café, wo sich Trauerende austauschen können, wird es geben. Auch gemeinsames Nähen ist in der PanTa möglich. Eine der Kernaufgaben sei es, Klienten bei Behördenwegen zu unterstützen.

Unterstützung notwendig

Und dann gibt es noch ein ganz neues Angebot: Die RadlKlinik. Gebrauchte Zweiräder werden dort auf Vordermann gebracht. Robert Tobler, Gründungsmitglied der PanTa und gelernter Mechaniker, wird bei Workshops zeigen, wie man ein gebrauchtes Fahrrad mit minimalem finanziellen Aufwand selbst wieder in Schuss bringt.

Um all die Hilfestellungen für ihre Mitmenschen bewerkstelligen zu können, braucht die PanTa selbst Unterstützung. Die Einrichtung des neuen Standorts habe einige Tausend Euro gekostet, die man aus eigener Tasche zahlen muss. Obfrau Andrea Roschek hofft für die Pannonische Tafel aber nicht nur auf Spenden, sondern auch auf neue Mitarbeiter. Die PanTa im Mittelburgenland wird nämlich nun unter der Woche täglich von 11 bis 14 Uhr offen sein, dafür brauche man dringend freiwillige Helfer.

Weil die Nachfrage nach den Leistungen der Tafel steigen, hat Roschek ein weiteres Ziel vor Augen: Um ihren Mitmenschen auch in Mattersburg unter die Arme greifen zu können, würde sie gerne einen dritten PanTa-Standort im Bezirksvorort installieren.

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