© Steve Haider

09/08/2021

Pandemie wirft Schatten auf die Kurbetriebe

In Bad Tatzmannsdorf fehlen auch im zweiten Jahr der Pandemie die Kurgäste, einen Anstieg der Buchungen gibt es erst ab Ende September / Mindestens 20 Prozent weniger Gäste in Marienkron

von Claudia Koglbauer-Schöll, Roland Pittner

Im südburgenländischen Bad Tatzmannsdorf ist weniger los als sonst. Der größte Kurort des Burgenlands verzeichnet ein Minus von 9,6 Prozent bei den Übernachtungen im Juli im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Ankünften gibt es einen Einbruch von 31,7 Prozent. Während die Wellness-Hotels über den Sommer gut besucht waren, brach vor allem die Nachfrage nach Kuraufenthalten durch die Pandemie ein. Schon im Vorjahr gingen die Kuren und Gesundheits-Aktiv-Aufenthalte österreichweit um 37 Prozent zurück.

Geöffnet haben die Kurbetriebe im Burgenland unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von Kurgästen und Mitarbeitern. In Bad Tatzmannsdorfer Reduce Resort, eine Tochtergesellschaft des Landes, ist man bei einer Auslastung von 65 Prozent bei den drei Kurhotels. „Ein Hotel haben wir noch bis Ende September geschlossen, doch wir merken, dass die Nachfrage wieder größer wird“, sagt Reduce-Direktor Andreas Leitner.

Privathotels gut gebucht

In den beiden Privathotels sei die Auslastung über den Sommer sehr gut gewesen, „wir hatten Rekordmonate dabei“, sagt Leitner. Im Rehabilitationszentrum der Pensionsversicherungsanstalt in Bad Tatzmannsdorf wurden 2020 1.611 Heilverfahren durchgeführt, im Jahr davor waren es laut Jahresbericht der PVA noch 2.139. Ende September steige die Auslastung für die Kurhotels österreichweit wieder an, weil die Nachfrage nach Kuraufenthalten und Gesundheitsvorsorge zunimmt. Auch Leitner rechnet mit einer Auslastung von zumindest 75 Prozent ab Ende September.

In der Kurgemeinde Bad Sauerbrunn würden sowohl das von Vamed betriebene Gesundheitszentrum als auch die onkologische Rehabilitationseinrichtung „unter dem Zeichen der aktuellen Corona-Pandemie eine gute Nachfragesituation“ verzeichnen heißt es auf KURIER-Anfrage. Im Gesundheitszentrum habe man zudem Angebote für Menschen mit Long-Covid-Symptomen etablieren können, heißt es von Vamed.

Auch im Kurhaus Marienkron in Mönchhof (Bezirk Neusiedl am See) ist man sehr um die Sicherheit und Gesundheit der Gäste bemüht. „Bei uns gelten auch nach wie vor Abstandsregeln“, sagt Geschäftsführerin Elke Müller. Das habe zur Folge, dass die Tische im Speisesaal auch nur einzeln besetzt werden können. „So viele Tische, so viele Zimmer können wir besetzen – und wir haben nun einmal weniger Tische“, erklärt Müller. Das habe ein Minus von mindestens 20 Prozent der Gäste zur Folge. Gleichzeitig sei aber der Personalaufwand durch die Einhaltung der nötigen Hygienemaßnahmen gestiegen.

Von den 62 Mitarbeitern im Betrieb wurde trotz steigender Betriebskosten keiner gekündigt. Um den von der Pandemie gebeutelten Standort abzusichern, ist das Land Anfang dieses Jahres mit 24,9 Prozent durch die Landesholding in den Kurbetrieb eingestiegen. Daneben sind die Zisterzienserinnen der Abtei Marienkron in Mönchhof, das Zisterzienserstift Heiligenkreuz, die Elisabethinen Graz und die Elisabethinen Linz-Wien sowie – mit kleinen Anteilen – die Dreischritt GmbH und Alfred Hawel beteiligt. Mit – in „Normalzeiten“ ohne Pandemie – durchschnittlich 20.000 Gästen pro Jahr zählte Marienkron zu den Leitbetrieben des Landes.

Ob Genuss-Aufenthalte oder gesundheitsfördernde Kurpakete: In Marienkron wird der Fokus auf den Darm als wichtigstes Organ für die Balance der Gesundheit und des Immunsystems gelegt. Neuerdings seien auch die speziellen Pakete zur Stressreduktion sehr gefragt, sagt die Geschäftsführerin. Durch Corona sei der Stresspegel gestiegen, das habe gesundheitliche Auswirkungen. Viele würden auch einfach Erholung suchen, dabei würden die Gäste in Marienkron immer jünger.

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