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Orden verlässt Eisenstadt, neuer Seelsorger für Dompfarre

Norbert Filipitsch kommt, fünf Ordensleute verlassen die Freistadt.
Domplatz, Martinsdom

Die Dom- und Stadtpfarre Eisenstadt bekommt einen neuen Pfarrer. Norbert Filipitsch, die vergangenen sechs Jahre in Pinkafeld, wechselt in die Landeshauptstadt und tritt sein Amt Anfang September an. Ob der Karrieresprung mehr Würde oder Bürde sei? „Weder noch, ich sehe das als Berufung zum Dienst“, sagt Filipitsch zum KURIER.

Er sei gebeten worden, „ob ich mir das vorstellen kann“ und habe zugesagt, zumal sein aktueller Sechs-Jahres-Vertrag in Pinkafeld Ende August auslaufe. „Da ist nichts Aufregendes dran“, so Filipitsch.

Nötig wurde die Neubesetzung, weil der bisherige Dompfarrer Achim Bayer Eisenstadt verlässt – und mit ihm ein Kaplan und zwei pastorale Mitarbeiter. Allesamt gehören sie dem Kalasantiner-Orden an, der seine Niederlassung in Eisenstadt nach zwölf Jahren aufgibt. Mit den vier Männern verabschiedet sich Ende August auch Pfarrhelferin Eveline Bettstein. Auch deren Ordensgemeinschaft verlässt die Freistadt wieder.

Pfarrgemeinderat tagt

Ob der Abgang der Ordensbrüder ganz freiwillig war, lässt sich nicht genau sagen. Er sei „aufgrund eines Beschlusses des Generalkapitels der Kalasantiner-Kongregation“ erfolgt, mit dem die Niederlassung in Eisenstadt aufgelöst werde, heißt es von der Diözese. „Es gibt zu wenige Mitarbeiter in der Zentrale des Ordens“, sagt einer der vier Ordensbrüder. In der Zentrale war am Dienstag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Stefan Fabsics, Kurator im Pfarrgemeinderat der Eisenstädter Dompfarre, bedauert den Abschied. „Es tut uns leid, dass die Kalasantiner gehen, wir hatten ein sehr gutes Einvernehmen.“ Auch wenn es die Entscheidung des Ordens gewesen sein möge, Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics habe die Ordensbrüder auch „nicht gebeten, länger zu bleiben“. Man plane eine außerordentliche Sitzung des Pfarrgemeinderates, kündigt Fabsics an, einen weitergehenden Protest schließt er aber aus. Man werde die Periode zu Ende dienen, im kommenden März fänden ohnehin die nächsten Pfarrgemeinderatswahlen statt.

Fabsics spielt damit aufs Jahr 2020 an, als der Kalasantiner-Pater Erich als Dompfarrer gehen musste und zehn der sechzehn Pfarrgemeinderäte aus Protest gegen den Bischof den Hut genommen haben. So weit soll es diesmal nicht kommen. „Das wollen wir nicht, es geht um die Kirche“, sagt Fabsics.

Der neue Pfarrer Filipitsch sei willkommen, versichert der Pfarrgemeinderat, gibt aber auch zu bedenken, dass fünf Personen gehen und nur eine kommt. Wer mache die Arbeit und wer übernehme den Unterricht? Der scheidende Dompfarrer Bayer bleibt „wegen einer schulischen Verpflichtung“ noch bis Anfang 2027, er unterrichtet in der AHS Kurzwiese. Den Part in der Volksschule will Filipitsch selbst übernehmen.

Und sonst? Er sei „kein Wunderwuzzi“, bekennt Filipitsch, aber er habe reichlich Erfahrung mit umfassenden Aufgaben. Nach 100 Tagen im Amt sei er gerne bereit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

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