ÖVP-Landesgeschäftsführer: Rath geht, Wukitsch kommt
Nicht einmal ein Jahr nach der Kür von Stefan Rath zum ÖVP-Landesgeschäftsführer verlässt der Oberwarter die Landesparteizentrale in Eisenstadt schon wieder in Richtung Wien. Rath kehrt zurück ins Bundeskanzleramt, wo er zuvor schon Referent im Kabinett von Staatssekretär und Regierungskoordinator Alexander Pröll war.
Nachfolger von Rath soll Matthias Wukitsch, derzeit Referent im Landtagsklub, werden. Gewählt wird er bei einer Landesparteivorstandssitzung am 13. April. Der 29-Jährige Wukitsch bringe „langjährige Erfahrung und Kompetenz mit, um frische Impulse zu setzen und die Volkspartei mit neuer Energie weiterzuentwickeln“, sagte Parteiobmann Christoph Zarits.
Wukitsch ist Gemeinderat in Stadtschlaining (Bezirk Oberwart) und hat Wirtschaftsrecht studiert. In der Vergangenheit war er auch in den Kabinetten der ehemaligen ÖVP-Ministerinnen Elisabeth Köstinger und Karoline Edtstadler tätig.
Warum die ÖVP nach rund zehn Monaten schon wieder eine Spitzenposition neu besetzen muss? Darüber gehen die Meinungen auseinander.
Rath sagt, er sei im Februar zum dritten Mal Vater geworden und die Arbeit im Kanzleramt lasse sich mit dem Familienleben besser vereinbaren als die Landesgeschäftsführung, vor allem was lange Abend- und Wochenendtermine betreffe, die für einen Parteimanager gang und gäbe seien.
Kritik aus der Volkspartei
Aus der Landespartei ist indes zu hören, sowohl Rath als auch die Parteispitze seien mit der Situation unzufrieden gewesen. Aufgrund des personellen Aderlasses im Parteiapparat nach den massiven Verlusten bei der Landtagswahl im Vorjahr könne der Geschäftsführer viel weniger delegieren und müsse selbst mehr anpacken.
Parteichef Zarits habe ihm "nie das Gefühl vermittelt, unzufrieden zu sein", entgegnet Rath auf KURIER-Nachfrage. Zwar sei er zuletzt bei Abendveranstaltungen aufgrund der familiären Verpflichtungen nicht mehr immer dabeigewesen, aber das habe sich "nicht leistungshemmend" auf seine sonstige Tätigkeit ausgewirkt.
Raths Nachfolger Wukitsch - übrigens Sohn von Landespolizei-Vizedirektor Christian Wukitsch - wird attestiert, das politische Handwerk zu beherrschen und auch den "Willen" zu haben, die Geschäfte der Partei straff zu führen. "Ich traue ihm das zu", sagt ein türkiser Funktionär.
Wie auch immer, die ÖVP und ihr Personal - das bleibt eine instabile Beziehung. Nach dem Absturz bei der Landtagswahl im Jänner 2025 auf Rang drei hinter SPÖ und FPÖ nahmen Parteiobmann Christian Sagartz und sein Geschäftsführer Patrik Fazekas den Hut. Erst nach längerem Hin und Her wurde Nationalratsabgeordneter Zarits Parteichef und sein ursprünglicher Gegenkandidat Bernd Strobl Klubobmann. Zuletzt ritterten gleich drei Kandidaten ums Präsidentenamt im Gemeindebund. Ex-Klubchef Markus Ulram wurde mit 52,3 Prozent gewählt.
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