So wurde der Neusiedler See über den Winter stabilisiert

Die Seemanagement Burgenland GmbH zieht Bilanz: 60.000 m³ Schlamm entfernt, 25 Maßnahmen umgesetzt.
Zwei Luftaufnahmen einer Landschaft mit Feldern, Wegen und Wasserflächen, links im Winter, rechts nach einer Überschwemmung.

Die Seemanagement Burgenland hat die dritte Saison der Schlammentfernung und Schilfpflege rund um den Neusiedler See abgeschlossen.

  • Von Oktober 2025 bis April 2026 wurden dabei rund 60.000 m³ Weichschlamm abgepumpt und über zehn Kilometer Schilfkanäle ertüchtigt.
  • Zusätzlich konnten etwa 10.000 m³ Altschilf im Rahmen eines Testbetriebs entfernt werden.
  • Insgesamt wurden 25 Maßnahmen in zwölf der 14 Seeanrainergemeinden umgesetzt.

Schwerpunkte der Saison 2025/2026 waren Entschlammungsmaßnahmen in Hafenanlagen, -einfahrten und Dalbenstraßen. Zudem wurden Schilf- und Bootskanäle ertüchtigt. Erstmals kamen neue Geräte bei Testversuchen für großflächige Schilfpflegemaßnahmen zum Einsatz. Das aus dem See gewonnene Sediment wurde untersucht und als Bodenhilfsstoff zertifiziert, wodurch es auch auf biologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt lag laut Geschäftsführer Erich Gebhardt auf der Wasserzirkulation im See. Voraussetzung dafür ist die Ertüchtigung der Schilfkanäle, die durch Tests und Strömungsanalysen begleitet wird. Zudem wurden neue Maschinen für die Bewirtschaftung von Schilfflächen angeschafft.

Zwei Ansichten eines Kanals mit Schilf und Bootshäusern unter blauem Himmel, aufgenommen aus der Vogelperspektive.

Das "Goldene Tor" von Rust vor und nach den Arbeiten.

Im Bereich der Infrastruktur wurde die Zahl der Absetzbecken zur Zwischenlagerung des Schlamms in den vergangenen drei Jahren auf fünf erhöht. Gespräche über weitere fünf Becken laufen derzeit. Investiert wurde unter anderem in moderne Vermessungs- und Steuerungstechnologien sowie in die Erweiterung des Maschinenfuhrparks.

Landesrat Heinrich Dorner bezeichnete das Unternehmen bei der Präsentation der Bilanz als „wesentlichen Player bei der nachhaltigen Absicherung des Neusiedler Sees“. Die Zusammenarbeit mit Gemeinden und Tourismus funktioniere gut, das Feedback sei insgesamt positiv. An der Ausarbeitung des Bauprogramms für die Saison 2026/2027 werde bereits gearbeitet.

Drei Männer stehen am Ufer vor einem grünen Arbeitsboot mit zwei großen Greifarmen auf einem ruhigen See.

Erich Gebhardt, Geschäftsführer der Seemanagement Burgenland, Bürgermeister Harald Neumayer (Purbach) und Landesrat Heinrich Dorner (v.li.).

Für die Gemeinde Purbach haben die Maßnahmen laut Bürgermeister Harald Neumayer große Bedeutung. Die verbesserte Hafeneinfahrt habe dazu beigetragen, dass die Auslastung wieder nahezu 100 Prozent beträgt. 2022 waren aufgrund des niedrigen Wasserpegels rund 50 Prozent der Mieter von Bootsanlegeplätzen verloren gegangen, was auch den Tourismus und die Betriebe belastete.

Parallel zum Abschluss der aktuellen Saison laufen bereits die Vorbereitungen für die kommenden Jahre. Gespräche mit den Gemeinden am Neusiedler See werden fortgesetzt.

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