Der Neusiedler See hat so viel Wasser wie seit Jahren nicht mehr
Der Burgenland Tourismus tourt derzeit mit einer wichtigen guten Nachricht von einer Ferienmesse zur nächsten, unlängst war München an der Reihe.
Denn eines ist fix: Die nächsten Jahre gibt es im Neusiedler See genug Wasser. Das zeigt ein Blick auf die aktuellen Werte, Frau Holle hat ganze Arbeit geleistet.
Die jüngsten Niederschläge haben die Marke um rund vier Zentimeter auf knapp 115,5 Meter über Adria (MüA) steigen lassen. Bis zum langjährigen Mittel (seit 1965; Anm.) fehlen also nur noch vier Zentimeter.
Keine Rede mehr von "Neusiedl ohne See"
Wie schnell sich die Situation ändern kann, zeigt ein Rückblick. Im extrem trockenen Jahr 2022 – damals sahen einige bereits das Ende des Steppensees kommen, etwa die ORF-Mockumentary „Neusiedl ohne See“ – ging das Wasser auf 114,9 MüA zurück. Bereits im darauffolgenden Jahr stieg es dank ergiebiger Niederschläge im Frühling um 38 Zentimeter an. Dann blieb die Situation zwei weitere Jahre relativ stabil. Aktuell fehlen auf den maximalen Wasserstand aus 1996 (115,82 MüA) 33 Zentimeter.
Den See langfristig erhalten - aber wie?
Mit diesen Schwankungen beschäftigt sich das Seemanagement Burgenland. Die 2022 gegründete Landesgesellschaft ruht sich in Anbetracht des hohen Wasserstandes nämlich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern arbeitet seit dem Herbst 2025 an 30 Standorten in zwölf der 14 Seegemeinden.
Das Ziel gab Infrastruktur-Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) beim Start der Seemanagement-Saison aus: „Unser Ziel ist es, den See nicht nur zu erhalten, sondern ihn langfristig ökologisch zu stärken und sicher zu bewirtschaften.“ Folgende Maßnahmen werden bis zur Sommersaison umgesetzt: Entschlammungsmaßnahmen in mehreren Hafenanlagen, Einfahrten, Dalbenstraßen sowie Boots- und Schilfkanälen. Um den Schiffverkehr zu optimieren, werden einige Kanäle verbreitert.
Eine große Rolle in der Bewirtschaftung des Sees spielt auch das Schilfmanagement und die -pflege. Wie schon in den vergangenen Jahren werden Schilfkanäle ertüchtigt und Brandschutzschneisen angelegt. „Neu ist der Einsatz moderner Schilfpflegemaschinen, die speziell für großflächige Alt- und Bruchschilfbestände entwickelt wurden“, erklärte Seemanagement-Geschäftsführer Erich Gebhardt.
Beste Aussichten für den Sommer
Die Hauptarbeiten dauern noch bis April, dann wird der See für die neue Bade- und Wassersportsaison „freigegeben“ – voraussichtlich unter den besten Voraussetzungen seit Jahren.
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