© The Station/Roland Lehner

Gastronomie
06/05/2021

Neue Lokale im Burgenland: Durchstarten am Ende der Durststrecke

Von Nord bis Süd eröffnen seit dem Lockdown-Ende neue Lokale. Die coronabedingte Pause haben viele Gastwirte für eine Neuorientierung genutzt

von Claudia Koglbauer-Schöll, Paul Haider

Etwa 500 Wirtshäuser und Restaurants gibt es im Burgenland. Auch wenn immer wieder vom Wirtshaussterben gesprochen wird, so würden die Gastro-Mitglieder in der Wirtschaftskammer nicht weniger, sagt Franz Perner, Geschäftsführer der Sparte Freizeitwirtschaft. Das klassische Wirtshaus wird jedoch mehr und mehr von Pop-up-Lokalen und trendigen Gastro-Konzepten abgelöst.

Der KURIER hat sich auf die Suche nach den aufregendsten Neuereröffnungen im Burgenland gemacht – und ist fündig geworden.

Der „Lifestyle“-Heurige

Im Landesnorden hat das Neusiedler Gastro-Urgestein Jörg Gebauer die Zeit der Lockdowns genützt, um an seinem neuen Lokal zu tüfteln. Das Ergebnis namens „Jörgs im Winzerkeller“ wurde vorige Woche eröffnet.

Das frühere Nachtlokal „Bergwerk“ hat Jörg mit seiner Familie – seine Frau Doris und Stieftochter Carina sind Teil des Teams – zum Lifestyle-Heurigen umgemodelt. Zu kalter, typisch pannonischer Kost, gesellen sich eine internationale Weinkarte und ein kulinarischer Gruß vom Meer: „Der Plan ist, dass immer Austern dabei sind. Kommende Woche wird es gedünstete Garnelen auf französische Art geben. Wir möchten immer etwas vom Meer dabei haben“, gibt Jörg Gebauer dem KURIER einen Einblick in seine ausgefallene Heurigen-Küche.

Den Neusiedlern scheint es zu schmecken: „Die ersten Tage waren noch verhalten, aber am Wochenende waren schon alle Öffnungstage sehr gut gebucht. Ich glaube, dass wir eine sehr gute Saison haben werden“, zeigt sich Jörg optimistisch.

Neueröffnung

Eine weitere international geprägte Neueröffnung erwartet Neusiedl am See voraussichtlich Anfang Juli: Am Hafeneingangsbereich zum Seebad arbeiten die aus El Salvador stammende Lynda Salman Velasquez und ihr Ehemann David Dinhof an der „La Takeria“. „Wir verbinden ehrliche Imbisskost aus regionalen Produkten mit der Vielfalt der lateinamerikanischen Küche“, verrät Dinhof dem KURIER vorab.

Nahe der Landeshauptstadt haben zwei Weingüter die pandemiebedingte Pause in ihren hauseigenen Heurigen für Renovierungen und Ausbauarbeiten genützt. Am Weingut Lichtscheidl in St. Georgen gibt es ab 1. Juli Urlaub am Bauernhof in fünf neuen Gästezimmern.

Expansionspläne

Ähnliche Expansionspläne wurden im „Winzerschlössl“ in Kleinhöflein geschmiedet. Hier kann man sich künftig in die luxuriösen, 90 Quadratmeter großen „Weinapartments“ einmieten. Winzerschlössl-Chef Kurt Kaiser glaubt an eine starke Tourismus-Saison 2021: „Unser weinaffines Zielpublikum schätzt den persönlichen Bezug zum Winzer. Wir bieten Grillabende, Picknicks und Wanderungen an“

Die Liebe zur Gastronomie hat der studierte Betriebswirt Roland Lehner schon vor langer Zeit entdeckt. Im Lokal seines Bruders war der Oberpullendorfer immer wieder im Einsatz. Zwei Jahre lang hat der Grüne-Umweltgemeinderat auch die Schwimmbadkantine in seiner Heimatstadt geführt.

Traum vom Lokal

Jetzt hat sich Lehner den Traum vom eigenen Lokal erfüllt – trotz Corona. Neben der Blaguss-Tankstelle hat er dieser Tage „The Station“ eröffnet. „Eigentlich wollte ich schon am 3. November aufsperren, aber dann hat genau an dem Tag der Lockdown begonnen“, schildert der frischgebackene Lokalbesitzer. Mit guter Musik aus den 80er und 1990er Jahren und Heavy Metal, sowie mit Cocktails, Kobersdorfer Bier und speziellen Snacks wolle er seine Gäste begeistern. „Die Pandemie sehe ich nicht als große Herausforderung“, sagt der Jungunternehmer.

Obwohl dieser Tage viele Lokale neu eröffnen, bleibenin so manchem Dorfwirtshaus auch nach dem Ende des Lockdowns Tische leer.

Laut Franz Perner gebe es für den zögerlich anlaufenden Geschäftsbetrieb in der Gastronomie mehrere Faktoren. „Bis jetzt war das Wetter ja auch nicht sehr freundlich“, sagt Perner. Die kühlen Temperaturen und die geringe Chance, im Schanigarten sitzen zu können, hätten potenzielle Gastrobesucher nicht gerade motiviert.

Der Mensch sei aber auch ein Gewohnheitstier, gibt der Sparten-Geschäftsführer zu bedenken. „Die Leute haben sich in den vergangenen Monaten das Essen abgeholt. Das machen sie jetzt offensichtlich weiterhin.“ Auch der Wegfall der größeren Feiern wie Hochzeiten mache den Wirten zu schaffen. In der gehobenen Gastronomie hingegen sei die Buchungslage gut. „Für einen Besuch im Restaurant, in das man gezielt essen geht, nimmt man auch eher in Kauf, sich testen zu lassen“, sagt Perner.

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