Chronik | Burgenland
14.11.2015

Modern, sicherer und barrierefrei

Insgesamt 17 Millionen Euro wurden in die Neugestaltung des Bahnhofs investiert.

Ganz nach dem Motto "Stadt am See mit neuem Entree" erstrahlt der Bahnhof in Neusiedl am See in neuem Glanz. 15 Monate wurde umgebaut, am Freitag fand unter Beisein von Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ), Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), ÖBB-Infrastruktur Vorstandsdirektor Franz Bauer und Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) die offizielle Eröffnung statt.

Wichtigste Neuerung: Der Bahnhof hat einen Personentunnel erhalten, der vom Vorplatz auf den Inselbahnsteig führt. Dadurch ist ein Überqueren der Gleise beim Zugang zum Bahnsteig nicht mehr notwendig. Um Barrierefreiheit zu gewährleisten, ist der Tunnel auch mit zwei Liften ausgestattet.

Mehr Komfort

Die Bahnsteige, bisher 38 Zentimeter hoch, wurden auf eine Höhe von 55 Zentimeter gehoben. Das erleichtert das Ein- und Aussteigen in die Züge. Zwischen den modernen Nahverkehrstriebwägen und dem Bahnsteig besteht somit kein Niveauunterschied mehr. Außerdem sind alle Bahnsteige mit einem taktilen Leitsystem ausgestattet. Dieses ermöglicht blinden und sehbehinderten Personen, den Weg zum Zug leicht zu finden.

Die Bahnsteige wurden außerdem mit rund 70 Meter langen Dächern versehen, die Reisende vor Regen und Schnee schützen sollen. Investiert wurde auch in neue Fahrplanvitrinen sowie Monitore, Sitzbänke, Abfallbehälter und die Beleuchtung. Weiters wurde das Bahnhofsgebäude einem Facelifting unterzogen. Neben Toilettenanlagen für Damen und Herren gibt es zusätzlich ein barrierefreies WC. Und für Radfahrer wurde eine moderne Bike&Ride-Anlage mit rund 150 Abstellplätzen errichtet. Rund 17 Millionen Euro hat der Umbau gesamt gekostet.

"Im Bezirk Neusiedl am See nutzt bereits jetzt knapp die Hälfte der Wien-Pendler den Öffentlichen Verkehr. Mit der Modernisierung werden weitere Anreize zum Umstieg auf die Bahn gesetzt", sagte LH Niessl. Und Bürgermeister Lentsch ergänzte: "Mir war es sehr wichtig, den Bahnhof barrierefrei zu gestalten und die bestmöglichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen." Verkehrsminister Stöger betonte die Bedeutung für die Region: "Eine leistungsstarke Bahninfrastruktur ist ein wesentlicher Faktor dafür, wie attraktiv eine Region für Bevölkerung und Wirtschaft ist."

Regionaler öffentlicher Verkehr wird mehr gefördert

Während im Landesnorden die Bahn immer besser ausgebaut wird, sind es im Süden Mikro-Öffentlicher Verkehr-Lösungen mit Dorfbussen und Taxis, die in Zukunft stärker unterstützt werden sollen. Auch das Land Burgenland will die Mobilität im ländlichen Raum verbessern. „Erforderlich sind bedarfsgerechte und nachhaltig finanzierbare Angebote“, so Landeschef Hans Niessl.

Dazu hat die Wirtschaftskammer gemeinsam mit den Betrieben Module entwickelt. „Es gibt Gemeinden, die bereits einen Kindergartentransport haben“, sagt Bernhard Dillhof von der WK Burgenland. Über die neuen Module könnte das Angebot erweitert werden. „Trotz der Ausweitung des Angebotes, muss es nicht teurer werden, da es Förderungen der Landesregierung geben soll“, sagt Dillhof. Für den geringen Fahrpreis übernimmt das Land die Hälfte der Kosten, den Rest zahlt die Gemeinde. Informationen für Gemeinden zu den Angeboten und Förderungen gibt es bei der Wirtschaftskammer.