© Kurier/Gilbert Novy

Interview
04/12/2020

Milletich: "Im Frühjahr wird es keine Spiele mehr geben"

BFV-Präsident Gerhard Milletich im KURIER-Interview über die aktuelle Corona-Krise und wie sie die Vereine und Ligen beeinflusst.

von Kevin Kada

Der Fußball steht nun seit mehr als einem Monat still. Die Vereine warten auf eine Entscheidung, wie es in den kommenen Wochen und Monaten weitergehen wird. Der KURIER hat mit dem Präsidenten des burgenländischen Fußballverbandes (BFV), Gerhard Milletich, über die aktuelle Situation gesprochen.

KURIER: Am kommenden Mittwoch gibt es die entscheidende ÖFB-Präsidiumssitzung. Wie sieht Ihre Einschätzung zu den bevorstehenden Entscheidungen aus?

Gerhard Milletich: Ich denke, es ist jedem klar, dass im Frühjahr nicht mehr gespielt wird. Die Frage ist, wie und ob es im Herbst weitergeht. Denn es muss entschieden werden, wie die derzeitige Saison gewertet wird. Es gibt zwei Varianten. Entweder die Meisterschaft wird annulliert oder man wertet die Herbstmeisterschaft.

Welche Variante wäre für Sie die Fairste?

Ich denke, am fairsten wäre es, wenn man die Saison annullieren würde. Denn wenn man die Herbstmeisterschaft werten würde, würden die Absteiger sagen, dass sie sich sicher noch gerettet hätten. Und die Teams im erweiterten Kreis der Titelkandidaten würden sagen, sie hätten es sicher noch auf Platz eins geschafft. Jeder hat da eine andere Betrachtungsweise. Wichtig ist aber, dass wir am Mittwoch eine Entscheidung im Präsidium für die Regionalliga und die Ligen darunter treffen, die in ganz Österreich gleich umgesetzt wird. Dadurch erhalten die Vereine Planungssicherheit für die Zukunft.

Und die Bundesliga?

Da mische ich mich nicht ein. Da gibt es andere Voraussetzungen wie TV-Gelder und natürlich die Europa-Startplätze. Das muss die Bundesliga in Abstimmung mit der Bundesregierung entscheiden.

Wie ist aktuell das Stimmungsbild unter den Vereinen?

Ich habe sehr viele Gespräche mit Vereinsvertretern geführt und natürlich ist niemand glücklich mit der Situation. Aber die meisten haben Verständnis für die Maßnahmen und man muss auch sagen, dass die vielen Funktionäre auch gerade andere Sorgen haben. Natürlich bleibt der Fußball die wichtigste Nebensache, aber eben nur Nebensache. Da geht es um die Situationen in der eigenen Familie und für viele natürlich auch um den Beruf. 

Denken Sie, dass alle Vereine weitestgehend unbeschadet aus der Krise kommen werden?

Für die Vereine ist es eine enorme Herausforderung, aber die Funktionäre sind gewohnt mit verschiedensten Situationen zurecht zu kommen. Ich bin überzeugt, dass viele Vereine die Situation bewältigen werden. Dass es aber auch Teams gibt, die echte Probleme haben ist aber auch klar. Hier muss man eine Lösung finden.

Denken Sie, dass es eine finanzielle Hilfe für angeschlagene Vereine geben wird?

Dazu laufen bereits Gespräche mit der Bundessportorganisation, den Dachverbänden und dem Sportministerium. Nach Ostern wird es da eine weitere Gesprächsrunde geben und ich kann mir vorstellen, dass es ein Hilfspaket ähnlich dem der Wirtschaft geben wird. Wer also Verluste gemacht hat, soll diese ersetzt bekommen. Klar ist aber auch, dass es keine Förderungen geben wird. Also dass es da einfach einen Zuschuss gibt und das wars, das wird es nicht spielen.

Wie gehen Sie persönlich mit der Krise um?

In meinem Job als Verleger habe ich natürlich auch einige Herausforderungen zu lösen. 80 Prozent unserer Mitarbeiter sind im Homeoffice. Zehn Prozent sind überhaupt zu Hause und der Rest arbeitet im Verlag. Und wir versuchen natürlich, soweit es möglich ist, die Produkte soweit zu produzieren die wir machen müssen. Und im Rahmen der Präsidentschaft für den BFV führe ich natürlich zahlreiche Telefonate und höre mir viele Meinungen an. Aber allen ist klar, dass es eine Lösung geben muss, die österreichweit durchgezogen wird.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.