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Chronik Burgenland
05/26/2020

Melinda Esterházy: Gedenken an eine Grande Dame

Melinda Esterházy wäre am Sonntag 100 Jahre alt geworden. In der Bergkirche hat der engste Familienkreis ihrer gedacht.

von Claudia Koglbauer-Schöll

„Meine Kindheit war schön, ich hatte eine tolle Karriere und eine glückliche Ehe. Was will man mehr?“

Auch wenn Melinda Esterházy von Tiefschlägen nicht verschont geblieben war: Die Grande Dame fand stets positive Worte.

Vergangenen Sonntag hätte Melinda Esterházy ihren 100. Geburtstag gefeiert. In der Bergkirche in Eisenstadt wurde der früheren Primaballerina und Ehefrau von Paul Esterházy, des 12. und letzten Fürsten der Esterházys, im engsten Familienkreis gedacht.

Ein Jahrhundert sind seit ihrer Geburt und sechs Jahre seit ihrem Tod 2014 vergangen, doch ihre Biografie, die von Talent, Ehrgeiz und viel Disziplin geprägt war, fasziniert noch immer.

Es war der 24. Mai 1920, als Melinda Ottrubay in Budapest als ältestes Kind des Richters Desző Ottrubay und seiner Frau Rosa das Licht der Welt erblickte. Schon im zarten Kindesalter zeigte sich ihr tänzerisches Talent.

Ihre Laufbahn krönte Melinda Esterházy 1945 mit der Ernennung zur „Primaballerina Assoluta“ des königlich-ungarischen Opernhauses – ein Ehrentitel, der zum ersten Mal einer ersten Solotänzerin der Einrichtung verliehen worden war.

Dramatische Liebesgeschichte

Als Fürst Paul Esterházy die schöne Tänzerin sah, war das der Beginn einer fast ein halbes Jahrhundert dauernden Liebesgeschichte, die durch welthistorische Ereignisse an Dramatik nichts zu wünschen übrig ließ.

Man schrieb das Kriegsjahr 1941, als Paul und Melinda einander offiziell während einer Soiree bei Erzherzogin Auguste vorgestellt wurden. Dabei waren sich die beiden schon zuvor auf dem Tennisplatz in Budapest begegnet.

Es sollte noch bis 1944 dauern, bis Paul Esterházy seiner Angebeteten einen Strauß roter Rosen mit einer Liebeserklärung schickte. 1946 heiratete die Bürgerliche Paul Esterházy, der als einer der begehrtesten Junggesellen der Welt galt.

Doch das Glück war nicht von langer Dauer.

1948 wurde Fürst Paul verhaftet und von den Kommunisten zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er verlor seine Besitztümer, erst 1956 kam er frei.

Dem Paar gelang die Flucht und sie ließen sich in Zürich nieder. Melinda Esterházy stand von da an ihrem Mann bei seinen Geschäften zur Seite.

"Wertvolle Akzente" für Eisenstadt gesetzt

Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner streut der Grande Dame zum 100.Geburtstag Rosen. „Die Geschichte von Eisenstadt ist seit 300 Jahren mit der, der Familie Esterházy verbunden. Fürstin Melinda Esterházy hat dabei eine neue Ära in der Beziehung zwischen der Stadt und der Domäne Esterházy eingeläutet und wertvolle Akzente vor allem auch im Stadtbild gesetzt."

Dafür habe Melinda Esterházy1998 auch die Ehrenbürgerschaft der Landeshauptstadt erhalten. Der Beschluss wurde am 29. Juni 1998 unter Bürgermeister Alois Schwarz und Vizebürgermeister Heinz Kittelmann gefällt.

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